Therapie
Ästhetische Aspekte bei der brusterhaltenden Therapie
- Interdisziplinäre präoperative Falldiskussion (Operateur, Radiologe, Pathologe) über Lokalisation und Ausdehnung des Tumors ermöglicht präzise Operationsplanung
- Wahl der geeigneten Methode zum Erhalt eines kosmetisch zufriedenstellenden Ergebnisses wird der Patientin erklärt. Wenn möglich, wird eine andere operative Methode dargestellt
Brusterhaltende Therapie beim Mammakarzinom
- Wenig gestörtes Körperbild
- Sensitivität der Brust bewahrt
- Bessere Lebensqualität
- Höhere Akzeptanz im Vergleich zur Mastektomie mit Wiederaufbau
Beispiele für brusterhaltende, onkoplastische Eingriffe: Brusterhalt durch Eigengewebe
Beispiele für brusterhaltende,onkoplastische Eingriffe: Reduktionsmastektomie= Brustverkleinerung beim Brustkrebs
Schonende Operation zur Vermeidung von Schwellung (Ödem) des Armes:
- Entfernung des Sentinel Lymphknoten = Wächterlymphknoten
- Häufigkeit des axillären Lymphknotenbefalls beim Mammakarzinom: 40 %
In 60% ist die Entfernung des Wächterlymphknotens ausreichend
Alle modernen Behandlungsverfahren werden in unserem Brustzentrum auch ambulant durchgeführt:
Adjuvante Systemische Therapie des Mammakarzinoms
- Endokrine Therapie
- Hormonelle und antihormonelle Therapie - Chemotherapie
- Aromataseinhibitor
- Antikörpertherapie (Herceptin)
Operation von Tumoren
Wird ein Tumor in der Brust festgestellt, so ist in den meisten Fällen eine vollständige Entfernung der Brust heute nicht mehr nötig. In unserem Brustzentrum entfernen wir in der Regel lediglich den Tumor und angrenzendes Gewebe im direkten Umfeld. Auch größere Tumore können auf diese Weise herausoperiert werden.Bei der Operation achten wir auf ein gutes kosmetisches Ergebnis. Während des Eingriffs führen wir in vielen Fällen eine so genannte Schnellschnittuntersuchung durch, durch die wir feststellen, ob der Tumor vollständig entfernt wurde. Im Anschluss an die Operation wird eine feingewebliche Untersuchung durchgeführt, um sicherzustellen, dass der Tumor restlos entfernt wurde. Mit dem Institut für Pathologie am EVK stehen wir täglich im interdisziplinären Dialog.
Psychoonkologie / Psychosomatik
Für alle Patientinnen mit einer Brustkrebserkrankung bieten wir in Zusammenhang mit den Psychosomatikern und Psychotherapeuten eine psychoonkologische Betreuung an. Bei Auftreten einer bösartigen Erkrankung sehen wir häufig eine schwere psychische Belastung. Wir möchten Ihnen Hilfestellung zur Verbesserung der Krankheitsverarbeitung geben und Sie zum offenen Ausdruck von Ihren Gefühlen ermutigen. Angst, Traurigkeit und Hilflosigkeit sollen vermindert werden. Es geht darum, die mentale Einstellung zu verbessern und die persönliche Kontrolle zu stärken. Psychoonkologie dient der konkreten Verbesserung der Lebenssituation.
Selbsthilfegruppe "Frauen mit Brustkrebs"
Für Frauen mit Brustkrebs wird die Erkrankung als massiver Einschnitt erlebt. Sie haben das Bedürfnis, mit anderen Frauen zu sprechen, denen es ähnlich geht. So finden Sie in einer Selbsthilfegruppe Unterstützung und Hilfe. Mehr zu Selbsthilfegruppen finden Sie hier ...
Die Chemotherapie
Die Chemotherapie spielt in der Behandlung des Brustkrebses die zentrale Rolle zur Sicherung der Heilung des gesamten Organismus. Bis auf einige Ausnahmen werden dabei mehrere Infusionen (Tropf in die Vene) gelegt, durch die ein oder mehrere Medikamente verabreicht werden. Bei jeder Therapie entscheiden wir gemeinsam mit der Patientin, welche Chemotherapie zur Behandlung des Brustkrebses eingesetzt wird. Unser Ziel ist es, die optimale Therapie zu planen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.
Bei der Chemotherapie unterscheidet man drei Arten:
1. Neoadjuvante Chemotherapie
Die neoadjuvante Chemotherapie wird vor einer Brustoperation eingesetzt. Ziel dieser Therapie ist es, den Tumor zurückzubilden, um die Chance einer brusterhaltenden Operation zu erhöhen. Häufig wird diese Therapie bei sehr großen Tumoren eingesetzt, die zunächst inoperabel erscheinen.
2. Adjuvante Chemotherapie
Diese Form der Chemotherapie wird nach einer Erst- oder Zweitoperation durchgeführt, bei der der Tumor entfernt wurde. Voraussetzung ist dabei, dass keine Organmetastasen (Tumoransiedlungen in anderen Organen) mehr vorhanden sind. Ziel ist es, eine komplette Heilung zu erreichen.
3. Palliative Chemotherapie
Wenn sich noch winzige Tumorabsiedlungen in anderen Organen befinden, wird eine palliative Chemotherapie angewandt. Diese Therapie zielt darauf ab, Krebszellen flächendeckend im ganzen Körper zu zerstören. Bestehende Symptome wie Schmerzen oder Hauterscheinungen werden dabei positiv beeinflusst.
Plastische Operation bei Auftreten einer Brustkrebserkrankung
In etwa 70 % kann beim Brustkrebs die Brust erhalten werden. Während einer Operation zeigt sich häufig die Notwendigkeit, die Brust in ihrem Aussehen zu korrigieren. In unserem Interdisziplinären Brustzentrum setzen wir unterschiedliche Methoden ein, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.
Bruststraffung (Lifting) nach Tumorentfernung
Wird aus einer Brust ein Tumor entfernt, so kann dadurch die Brustform verändert werden und zum Beispiel die Haut einsinken. Um dies zu verhindern, können wir eine Straffung der Brüste durchführen. Dabei wird wie beim "Lifting" Haut entfernt und dadurch die Brust, kosmetisch günstig, neu geformt.
Brustverkleinerung (Reduktionsplastik)
Bei einer sehr großen Brust ist es oft empfehlenswert, mit der Operation des Tumors, umliegendes Gewebe zu entfernen. Die erkrankte Brust kann verkleinert werden und so eine günstigere Form erhalten. Dies ist eine Erleichterung für eine notwendige Strahlentherapie. Die gesunde Brust wird durch eine plastisch-ästhetische Verkleinerung an die andere Seite angepasst.
Ersatz des Drüsengewebes durch körpereigenes Gewebe
Muss bei einer zierlichen Brust ein größerer Tumor entfernt werden, so ist es bisweilen notwendig, körpereigenes Gewebe als Volumenersatz zu verwenden. Hierzu nutzt man Haut- und Unterhautfettgewebe oder Muskel-Haut-Gewebe.
Plastische Wiederherstellung der Brust
In etwa 30 % aller Brustkrebserkrankungen muss auch heute noch die ganze Brust entfernt werden. Bei allen diesen Patientinnen bieten wir eine Sofortrekonstruktion der Brust mit körpereigenem Gewebe (Muskel-Haut-Ersatz) an.
Brustaufbau mit Implantaten
Ein Brustimplantat besteht in der Regel aus einem weichen Kissen, dessen Hülle ausnahmslos aus Silikon ist. Der Unterschied der Implantate besteht, neben der Form und Größe, in den verschiedenen Füllungen dieser Kissen:- Silikon
- Kochsalzlösung
- Hydrogel
Die Wahl des Kissens und der entsprechenden Füllung hängt von der einzelnen Situation ab. Bei dieser Form des Brustaufbaus platziert man das Implantat heute fast ausnahmslos unter den Brustmuskel. Dadurch wird es in der Regel vom Körper besser akzeptiert.
Plastisch-ästhetische Chirurgie
Häufig wird die Plastische Chirurgie auch mit der Schönheitschirurgie gleichgesetzt, was aber nicht zutrifft. Ein plastischer Chirurg muss bei jedem Eingriff nicht nur nach dem Aussehen gehen, sondern auch auf die Funktionsweise des Organs achten.
Bei der plastisch-ästhetischen Brustoperation gibt es die Möglichkeiten der
Brustverkleinerung, Brustvergrößerung, Angleichung einer Asymetrie der Brüste,
die an dieser Stelle kurz erklärt werden.
Brustverkleinerung
Eine Brustverkleinerung hat in aller Regel medizinische Gründe. Bei zu schweren Brüsten werden z.B. die Wirbelsäule und die Rückenmuskulatur übermäßig beansprucht, was zu Haltungsschäden und Rückenschmerzen führt.
Bei der Brustverkleinerung wird Haut wie auch Drüsen- und Fettgewebe entfernt. Neben den ästhetischen Gesichtspunkten, sind auch wichtige anatomische und funktionelle Gesichtspunkte zu berücksichtigen, so z.B. die Erhaltung der Stillfähigkeit bei jungen Frauen.
BrustvergrößerungBei der Brustvergrößerung werden, wie beim Brustaufbau, Implantate verwendet, die wie weiche Kissen aussehen. Die Außenhülle aller Implantate besteht auch hier aus Silikon. Die Füllung kann dabei aus unterschiedlichen Stoffen bestehen. Das Silikongel kommt dem Tastgefühl der natürlichen Brust dabei am nächsten. Füllungen mit Kochsalzlösung haben den Vorteil, bei der Mammographie keinen Schatten zu geben.
Über einen Hautschnitt wird das entsprechende Implantat an Ort und Stelle gebracht. Die Narben sind generell unauffällig und heilen schnell. Das Implantat ist in der Regel bereits fertig gefüllt, wenn es in die Brust eingebracht wird. Verschiedene Größen und Formen ermöglichen die Erzielung des gewünschten Ergebnisses.
Implantatform und -größe
Die Form des Implantats sollte zur Form des Brustkorbes und zu den übrigen Körperproportionen passen. Vor jedem Eingriff steht daher ein ausführliches Gespräch mit unseren Ärzten im Vordergrund.
Es gibt verschiedene Implantatgrößen, die von 60 bis etwa 600 ml reichen. Ein Implantat mit einem Volumen von ca. 330 ml vergrößert dabei eine Brust von Körbchengröße A auf die Größe C.
Techniken der Bruststraffung
Bei der Bruststraffung wird in erster Linie Haut entfernt, um die Brust insgesamt dadurch anzuheben und sie neu zu formen. Die Brustform und -größe kann bei dieser Technik den individuellen Wünschen der Patientin angepasst werden. Wenn bei einer Bruststraffung auch Drüsen- und Fettgewebe entfernt wird und dieses Gewebe 400 Gramm übersteigt, spricht man von einer Brustverkleinerung.







