Mit dem Bauch-Stent wird die Gefahr gebannt | 23.10.2009
Das Bauchaortenaneurysma (BAA), die krankhafte Aussackung der Hauptschlagader, steht im Mittelpunkt des Gefäßtages 2009, der am Samstag, 31. Oktober, von 10 bis 14 Uhr am Evangelischen Krankenhaus Bergisch Gladbach stattfindet. Ein BAA wird von den Betroffenen häufig gar nicht bemerkt und oft erst durch Zufallsbefunde entdeckt. Dabei gehen von einer geweiteten Hauptschlagader große Gefahren aus, denn wenn sie platzt, kann nur eine sofortige Notoperation helfen. Welche Diagnosemöglichkeiten und Behandlungsverfah-ren am EVK praktiziert werden, erfahren die Besucher vom Chefarzt der Klinik für offene und endovaskuläre Gefäßchirurgie, Dr. Klaus Bieber und seinem hochqualifizierten Team. Außerdem gibt es am EVK Informationen zum Thema Durchblutungsstörungen und es kann die „Messung der schmerzfreien Gehstrecke“ durchgeführt werden. Die aufkommenden Schmerzen in den Beinen sind ein erster Hinweis auf Gefäßverengungen. Mit der Veranstaltung beteiligt sich die Klinik am bundesweiten Gefäßtag der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie. Liegt der Verdacht auf ein Aneurysma vor, erfolgt die endgültige diagnostische Abklärung mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung. Wenn eine Aussackung vorhanden ist, wird am EVK das Aneurysma vermessen, um festzustellen, wie stark die Schlagader geweitet ist. Hierzu steht ein besonderes Verfahren zur Verfügung: die Ultra-Dünnschicht-Computertomographie (CT). „Nicht in jedem Fall muss operiert werden“, erklärt Dr. Klaus Bieber: „Liegt die Ausdehnung bei unter vier Zentimetern, reicht meist eine halbjährliche Kontrolle durch den Hausarzt oder unsere Gefäßsprechstunde am EVK. Nur wenn das Aneurysma innerhalb eines Jahres mehr als einen halbem Zentimeter zulegt, muss eingegriffen werden.“
Operationen werden am EVK so minimalinvasiv wie möglich, d. h. als kleinstmöglicher Eingriff durchgeführt. Dank moderner Operationstechniken können die meisten Patienten am Abend des Eingriffs schon wieder etwas essen und trinken. Sie bleiben oft nur eine knappe Woche in der Klinik. Während der minimal-invasiven Operation wird ein kleiner Schnitt in der Leistengegend angebracht. Durch diese Öffnung schieben die EVK-Spezialisten eine drahtgestützte Prothese zu dem Aneurysma und befestigen es dort. Die geweitete Arterie wird gleichsam geschient und die Aussackung wird ausgeschaltet. „Das Verfahren ähnelt sehr stark jenen Stents, mit denen verschlossene Herzkranzgefäße wieder durchlässig gemacht werden. Daher sprechen wir am EVK auch von Bauch-Stents“, sagt Dr. Bieber. In seltenen Fällen gibt es Gründe, die offene Operation einer minimal-invasiven vorzuziehen. Diese offenen OPs werden ebenfalls mit großer Erfahrung am EVK durchgeführt.
Die häufigste Ursache für die Entstehung von Aneurysmen ist die Gefäßverkalkung. Wesentlich ausgelöst wird die so genannte Arteriosklerose durch erhöhte Blutwerte (Cholesterin) und Bluthochdruck. Aber auch die Zuckerkrankheit und das Rauchen zählen zu den auslösenden Faktoren. Diese Faktoren schädigen selbstverständlich nicht nur die Hauptschlagader im Bauch. Auch an anderen Arterien und Venen können sich Durchblutungsstörungen bemerkbar machen – mit zum Teil gravierenden Folgen wie Schlaganfall, Amputation oder Lungenembolie. Welche Untersuchungs- und Behandlungsmethoden am EVK bei Durchblutungsstörungen angewandt werden, erfahren die Besucher des Gefäßtages ebenfalls.
Die Vorträge zum Thema BAA finden jeweils um 10.30, 11.30, 12.30 und 13.30 Uhr auf der Empore der Eingangshalle statt. Referent ist Dr. Klaus Bieber. Der Eintritt ist frei.
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