Organisation
0 22 02 / 1 22 - 2110
Cryo-Ablation von Vorhofflimmern („Kälte-Ballon“)

Cryo-Ablation

Die Cryo-Ablation von Vorhofflimmern mit dem Kälte-Ballon (Cryo-Ballon) ist ein etabliertes Verfahren, um die Vorhofflimmern-auslösenden „falschen Zündkerzen“ in den Lungenvenen (Pulmonalvenen) effektiv auszuschalten. Kälteenergie ist hierbei besonders gewebeschonend. Gleichzeitig kennzeichnet die Cryo-Ablation eine hohe Erfolgsrate bei relativ kurzer Untersuchungszeit (60-120min) und hoher prozeduraler Sicherheit aus.

Die Untersuchung wird beim schlafenden Patienten über die rechte Leiste durchgeführt. Um die Pulmonalvenen zu erreichen, ist die Punktion des interatrialen Septums (Scheidewand zwischen rechtem und linkem Vorhof) notwendig. Der Ballon wird im linken Vorhof entfaltet und hintereinander an die Einmündungsstelle aller 4 Lungenvenen angedrückt. 

In den doppelwandigen Cryo-Ballon (Abb. 1) wird flüssiges Lachgas geleitet, wodurch das Gewebe um die Lungenvene für 3 bis 4 Minuten auf bis -60°C abgekühlt wird (Abb. 2). In den nächsten Wochen entsteht aus der so gesetzten „Wunde“ in den kommenden Wochen eine kreisförmige Narbe um die Lungenveneneinmündungen, so dass die „falschen Zündkerzen“ in den Lungenvenen kein Vorhofflimmern mehr auslösen können.

Aufgrund der gewebeschonenden Eigenschaften und der kurzen Untersuchungszeit sind bedeutsame Komplikationen wie Verengungen der Lungenvenen, Schlaganfall oder eine Fistelbildung zwischen Ösophagus und Herz sehr selten (<1%). Die häufigste Komplikation stellt die rechtsseitige Zwerchfellnervschädigung dar, da dieser Nerv relativ nah an den Lungenvenen vorbeizieht. Da der Nerv durch Stimulation, ein spezielles EKG und durch Röntgenkontrolle gut überwacht werden kann, sind dauerhafte Zwerchfelllähmungen sehr selten (<1%).

Eine animierte Videosequenz, wie der Cryo-Ballon zur Ablation von Vorhofflimmern angewandt wird, sehen Sie hier.

Abbildung 1: Cryo-Ballon © Medtronic
Abbildung 2: © Medtronic
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