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0 22 02 / 1 22 - 2110
Elektrophysiologische Untersuchung und Katheterablation

Elektrophysiologische Untersuchung und Katheterablation

Die elektrophysiologische Untersuchung ist eine Herzkatheteruntersuchung, die in nüchternem Zustand über ein Gefäß der rechten Leiste, selten über Gefäße beider Leisten, durchgeführt wird.

Über sog. Diagnostik-Katheter, die an bestimmten Stellen im Herzen platziert werden, können wir EKGs aus dem Herzen selbst ableiten, was uns eine genauere Abklärung der Herzrhythmusstörung ermöglicht als das normale EKG. Darüber hinaus können wir das Herz über die Katheter künstlich stimulieren. Dies ermöglicht uns, über spezielle Messungen und das Auslösen der Tachykardie, eine klare Diagnose der Herzrhythmusstörung zu stellen.

Zur Ablation wird ein steuerbarer Ablationskatheter an die Stelle im Herz, wo die Herzrhythmusstörung entsteht, vorgebracht. Über Radiofrequenzstrom wird an der Spitze des Ablationskatheters Wärme erzeugt, die eine örtlich begrenzte Verödung (=Ablation) an der betreffenden Stelle und damit eine Heilung der zugrunde liegenden Herzrhythmusstörung ermöglicht. Sollte sich herausstellen, dass bei der Ablation ein besonders hohes Schrittmacherrisiko vorliegt (sehr selten), kann die Ablation auch durch Verwendung der besonders schonenden Kälte-Energie durchgeführt werden.

Bei komplexen Herzrhythmusstörungen (Kammertachykardie, ektope atriale Tachykardie, atypisches Vorhofflattern, ventrikuläre Extrasystolen) kommt ein modernes 3-dimensionales Mappingsystem (CARTO) zur Anwendung.

Zur Behandlung von Vorhofflimmern  verwenden wir in Bergisch Gladbach in erster Linie die besonders schonende Cryo-Ablation durch Verwendung des Kälte-Ballons. Die Erfolgsraten liegen bei etwa 80% für paroxysmales Vorhofflimmern bzw. 65-70% für persistierendes Vorhofflimmern. Sollte doch eine zweite Untersuchung notwendig sein, wird diese in der Regel mittels CARTO durchgeführt. Eventuell verbliebene Lücken werden dann punktuell mittels Wärme-Energie geschlossen.

Weitere wissenswerte Informationen finden Sie unter Herzrhythmusstörungen oder Vorhofflimmern

Häufig gestellte Fragen

Die Untersuchung wird im nüchternen Zustand durchgeführt. Medikamente können am frühen Morgen mit einem kleinen Schluck Wasser eingenommen werden. Bei bestimmten Herzrhythmusstörungen (V.a. WPW-Syndrome, AV-Knoten-Reentry-Tachykardie, ektope atriale Tachykardie, Extrasystolen) sollten Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen einige Tage vor der Untersuchung pausiert werden. Bei anderen Herzrhythmusstörungen (Pulmonalvenenisolation, atypisches Vorhofflattern, laufendes typisches Vorhofflattern) kann eine Ultraschalluntersuchung des Herzens über die Speiseröhre (TEE) vor der elektrophysiologischen Untersuchung notwendig sein. Diese Punkte werden alle und individuell für jeden Patienten im Vorfeld geklärt.

Die elektrophysiologische Untersuchung kann prinzipiell im wachen Zustand (in örtlicher Betäubung der Leiste), unter leichten Beruhigungs-/Schlafmedikamenten oder im Schlaf durchgeführt werden. Komplexere Untersuchungen, wie die Ablation von Vorhofflimmern, werden in der Regel beim schlafenden Patienten durchgeführt. Auch hier beraten wir Sie gern individuell. Die elektrophysiologische Stimulation ist nahezu schmerzfrei. Nahezu alle auslösbaren Herzrhythmusstörungen sind nicht gefährlich, und können mit der Stimulation via Katheter direkt wieder schmerzfrei beendet werden.

Die Dauer hängt sehr von der Vorbereitung (z.B. Schlafeinleitung, 3-D-Mapping-System, etc.) und der Komplexizität der Herzrhythmusstörung ab. Die folgenden Zahlen dienen daher nur zur groben Orientierung.

  1. Vorhofflimmern mit dem Cryo-Ballon: 50-90min
  2. Vorhofflimmern mit Wärme-Energie: 90-180min
  3. Typisches Vorhofflattern: 30-60min
  4. AV-Knoten-Reentry-Tachykardie (AVNRT): 30-60min
  5. WPW-Syndrom: 45-150min
  6. Ektope atriale Tachykardie: 45-150min
  7. Ventrikuläre Extrasystolen: 45-150min
  8. Kammertachykardie: 60-180min
Abbildung 1+2: Pulmonalvenenisolation durch Applikation von Wärme („Punkt-für-Punkt“)

Abbildung 3: Pulmonalvenenisolation mit Hilfe eines 3D-Mappings (Punkt-für-Punkt)
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