Organisation
0 22 02 / 1 22 - 2150
ERCP

Endoskopisch retrograde Cholangio-Pankreatiko-Graphie

Ein Endoskop mit Seitblickoptik wird über den Magen bis in den Zwölffingerdarm vorgeschoben. Hier befindet sich der Ausführungsgang (Papille) von Galle- und Bauchspeicheldrüsensystem. Ein dünner Draht wird in den Ausführungsgang eingeführt und ein Katheter darüber in den Gallengang geschoben. Es wird Kontrastmittel eingespritzt. Nun können mit Hilfe einer Röntgendurchleuchtung beide Gangsysteme dargestellt und ggf. eine Behandlung angeschlossen werden.
Indikationen: Gallenwegsteine, Steine der Bauchspeicheldrüsengänge, Gallengangsentzündungen, Tumore, gutartige Engstellungen, Divertikel etc.

Die häufigste Indikation sind Steine in den Gallenwegen, die sich in der Gallenblase gebildet haben und dann in die Gallengänge „gewandert“ sind. Zur Entfernung dieser Steine ist es erforderlich, den Ausführungsgang (Papille) zu erweitern. Es wird ein Draht in den Ausführungsgang vorgeschoben und anschließend mittels Strom (Diathermie) eröffnet (Papillotomie). Anschließend kann ein Korb in den Gang vorgeschoben werden, um den Stein im Gallengang einzufangen und herauszuziehen (Steinextraktion). Dies kann auch mit einem kleinen aufblasbaren Ballon geschehen. Gelegentlich sind die Steine so groß, dass sie trotz Erweiterung des Ausführungsganges nicht aus dem Gang gezogen werden können. Dann wird mittels Lithotrypsie der Stein durch den Korb zerkleinert und die einzelnen Fragmente im Anschluss aus dem Gang geborgen.

In einigen Situationen kann es erforderlich sein, ein kleines Röhrchen in den Gallengang einzuführen, um den Galleabfluss zu gewährleisten (Stentimplantation).

Bei tumorösen Engstellen können auch Metallstents eingesetzt werden.

Komplikationen sind in geübter Hand selten, mögliche Komplikationen sind eine Pankreatitis, Blutungen oder Verletzungen an den Gallenwegen oder am Darm.

Zur Krankenhaus-Startseite zur Startseite Seitenanfang Druckansicht