Organisation
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Gastroskopie

Die Magenspiegelung (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie)

Bei der modernen Gastroskopie werden mit Hilfe eines Schlauches (Endoskop) die Speiseröhre, der Magen und der Zwölffingerdarm untersucht. Der Schlauch ist flexibel und die Spitze des Gerätes steuerbar, sodass die Untersuchung äußerst schonend abläuft. Durch das Endoskop wird Licht an die Spitze des Endoskops geleitet, mit einem Video-Chip werden Bilder der Schleimhaut aufgenommen und auf einen Bildschirm übertragen. Mit dieser Untersuchung können wir Veränderungen in der Speiseröhre, im Magen und im Zwölffingerdarm erkennen. Durch einen ca. 3 mm messenden Kanal im Endoskop können z.B. Gewebeproben aus der Schleimhaut entnommen werden und für weitere Untersuchungen aufgearbeitet werden. 

Häufige Anlässe zu dieser Untersuchung sind:

  • Saures Aufstoßen (Sodbrennen, Refluxkrankheit)
  • Bauchschmerzen (Magenschleimhautentzündung)
  • Dauerhafte Übelkeit/Erbrechen und Appetitverlust
  • Blutarmut (Geschwür, Krampfadern)
  • Tumorverdacht

Untersuchungsablauf

Über den Mund wird das Endoskop (9mm Durchmesser) über die Speiseröhre und den Magen bis in den Zwölffingerdarm vorgeschoben. Hierbei wird etwas Luft in den Magen gegeben, sodass sich Magen und Dünndarm entfalten können. Nur so kann die Schleimhaut vollständig inspiziert werden. Wenn Auffälligkeiten wie z.B. eine Schleimhautentzündung bestehen, kann mit einer Zange eine Gewebsprobe entnommen werden, um sie histologisch oder mikrobiologisch zu untersuchen. Dies macht keine Beschwerden und ist auch ohne nennenswertes Risiko. Wenn z.B. ein blutendes Geschwür gefunden wird, kann das Geschwür unterspritzt werden oder es kann eine Klammer (Clip) aufgesetzt werden, um ein Blutgefäß zu verschließen. Beide Verfahren dienen zur Blutstillung. In besonderen Fällen bietet sich auch die Verschorfung des Gewebes an. 

Beim weiteren Rückzug wird der Übergang zwischen Magen und Speiseröhre inspiziert. Hier kann z.B. ein Zwerchfellbruch mit entzündlichen Veränderungen der unteren Speiseröhre durch aufsteigende Magensäure festgestellt werden. Vor der genauen Untersuchung der Speiseröhre wird die überschüssige Luft aus dem Magen abgepumpt, sodass nach der Untersuchung kein Völlegefühl entsteht. 

Die Untersuchung wird auf dem Computer gespeichert.

Vor der Untersuchung

Einige Tage vor der Untersuchung erfolgt ein Informations- und Aufklärungsgespräch mit der/dem untersuchenden Ärztin/Arzt. Sie müssen zwei Fragebögen ausfüllen. Es wird mit Ihnen geklärt, ob sie eine „Schlafspritze“ (Sedierung) erhalten möchten oder nur ein betäubendes Rachenspray gegeben werden soll. Nachdem alle Fragen geklärt sind und Sie Ihr Einverständnis gegeben haben, können Sie wieder nach Hause.
Wichtig ist, dass Sie nüchtern zur Untersuchung kommen, sonst ist die Sicht durch Speisereste behindert und es besteht die Gefahr des Verschluckens mit folgender Lungenentzündung. Die Untersuchung dauert üblicherweise 10-15 Minuten. Während der Untersuchung und auch in der Erholungsphase erfolgt eine kontinuierliche Überwachung des Pulses, des Blutdruckes und des Sauerstoffgehaltes des Blutes. Die Untersuchung findet im Liegen statt und zwar in Linksseitenlage.
In der Regel erhalten Sie eine Sedierung mit dem Medikament Propofol. Unsere Endoskopiepflegekräfte haben alle eine entsprechende Fortbildungen (NAPS = Nurse Assistent Propofol Sedierung) erfolgreich absolviert.

Nach der Untersuchung

Im Anschluss an die Untersuchung werden Sie auf der Liege liegend in den Überwachungsbereich der Abteilung geschoben. Hier können Sie sich in Ruhe erholen. Herz und Kreislauf sowie Sauerstoffgehalt des Blutes werden weiter überwacht und unser Personal ist in ständigem Blickkontakt mit Ihnen. Die Erholungsphase dauert üblicherweise zwischen 30 und 60 Minuten. Anschließend erfolgt ein Abschlussgespräch, in dem der Untersucher mit Ihnen das Ergebnis der Untersuchung bespricht und Ihnen den Befundbericht für Ihren Hausarzt aushändigt. Falls Sie eine Rachenbetäubung erhalten haben, dürfen Sie zwei Stunden nichts essen oder trinken (Gefahr des Verschluckens aufgrund eines Taubheitsgefühls im Rachen), wenn Sie eine Beruhigungsspritze erhalten haben, dürfen Sie in den nächsten 24 Stunden kein Auto fahren, nicht am Straßenverkehr teilnehmen oder potentielle gefährliche Maschinen betätigen.
Falls die Untersuchung ohne Beruhigungsspritze durchgeführt wurde, können Sie direkt im Anschluss an die Untersuchung nach Hause gehen und auch Auto fahren.

Risiken

Die Endoskopie ist eine schonende Untersuchungsmethode, die eine zuverlässige Diagnostik ermöglicht. Es gibt eine sehr geringe Komplikationsrate, dennoch können durch ungünstige Umstände folgende Komplikationen auftreten:

Neben der generellen Möglichkeit des Verschluckens (Aspiration) von Mageninhalt in die Luftröhre und seltener reflektorischer Komplikationen, die die Herzkreislauf- und Atmungstätigkeit beeinträchtigen können, sind Blutungen, Schleimhauteinriss und Magenwandverletzung (Perforation) prinzipiell zu erwähnende Risiken. Tatsächlich sind derartige Verläufe bei diagnostischen Untersuchungen zumeist auf kritische Untersuchungssituationen beschränkt (z.B. Blutgerinnungsstörung, schlechte Sicht bei aktiver Blutung und Tumorstenose, absolut unkooperativer, abnorm reagierender Patient, schlechte Vorinformation des Arztes).

Insgesamt ist die Magenspiegelung eine sichere Untersuchungsmethode, die auch von Schwangeren, Kindern (unter zwölf Jahren i.d.R. unter klinischen Bedingungen mit Narkose) und sehr kranken sowie alten Patienten gut toleriert wird. Die Untersuchung wird in diesem Krankenhaus über 1.500 mal pro Jahr durchgeführt. Falls es zu Komplikationen wider Erwarten kommen sollte, steht unser Krankenhaus mit allen Abteilung zur Verfügung, um Sie adäquat behandeln zu können.

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