Organisation
0 22 02 / 1 22 - 2150
Kapselendoskopie

Kapselendoskopie (Dünndarmspiegelung)

Die Dünndarm-Kapselendoskopie ist eine Untersuchung des Dünndarms mit einer Videokapsel, die wie eine große Tablette geschluckt wird und den gesamten Verdauungstrakt passiert und auf natürlichem Weg wieder verlässt. Die Videokapsel besitzt eine Kamera, eine Lichtquelle, eine Batterie und einen Sender. Während der Passage durch den Darm schickt sie durchgehend Bilder an einen Rekorder, der mit einem Gürtel an Ihrer Taille befestigt ist.

Die Durchführung der Dünndarmkapselendoskopie erfolgt zur weiteren Abklärung von Blutungen aus dem Magen-Darm-Trakt, nachdem eine Magenspiegelung und eine Darmspiegelung durchgeführt wurden, die keine Blutungsursache darstellen konnten.

Ebenfalls besteht die Indikation zur Kapselendoskopie zur Diagnostik bei dem Verdacht auf eine chronisch entzündliche Darmerkrankung (Morbus Crohn), Diarrhoen oder abdomineller Schmerzen ohne Befund in der Magen- und Darmspiegelung.
 
Vor der Untersuchung muss der Darm gereinigt werden, wie zur Darmspiegelung. Vor dem Schlucken der Videokapsel werden Klebesensoren auf Ihrem Bauch fixiert oder ein Gürtel angelegt. Über ein Kabel sind sie mit einem kleinen Datenrekorder verbunden, den Sie in einer kleinen Umhängetasche mit sich tragen. Danach wird die Kapsel mit ein wenig Wasser geschluckt.

Nach einer Stunde kann man über den Rekorder kontrollieren, ob die Kapsel den Magen verlassen hat. Falls sie sich im Dünndarm befindet, können Sie nach 2 Stunden wieder etwas essen.

Die Untersuchung ist nach ca. zehn bis zwölf Stunden beendet, spätestens wenn die Kapsel ausgeschieden wird. Die Sensoren werden entfernt und der Rekorder zur Auswertung gegeben. Danach erfolgt die zeitaufwendige Auswertung des erstellten Videos.
 
Komplikationen sind extrem selten. Ein Risiko besteht darin, dass die Kapsel in einer Engstelle „stecken bleibt“. Bei Morbus Crohn und Verdacht auf Engstellen nach Operationen kann evtl. eine selbstauflösende Probekapsel (Patencykapsel) gegeben werden oder ein MRT des Dünndarms erforderlich sein.

Die Gesetzlichen Krankenversicherungen tragen die Kosten der Durchführung einer Kapselendoskopie aktuell nur bei einer gastrointestinalen Blutung oder Anämie (Blutarmut) nach unauffälliger Magen- und Darmspiegelung. Zur Diagnostik einer entzündlichen Dünndarmerkrankung, Diarrhoen oder unklarer abdomineller Beschwerden bedarf es der schriftlichen Kostenübernahmeerklärung Ihrer Krankenkasse.

Zur Krankenhaus-Startseite zur Startseite Seitenanfang Druckansicht