Organisation
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Koloskopie

Darmspiegelung (Koloskopie)

Bei der Dickdarmspiegelung wird ein biegsamer Schlauch mit einem Durchmesser von ca. 12 mm über den After bis in den Bereich des Blinddarms (Übergang von Dünndarm zum Dickdarm) vorgeschoben. Der Dickdarm hat eine Länge von ca. 90 cm. Auf dem Hin- und Rückweg wird die Schleimhaut genau untersucht. Wenn Auffälligkeiten bestehen, kann mit einer kleinen Zange eine Gewebsprobe aus der Schleimhaut entfernt und anschließend unter dem Mikroskop untersucht werden. Das tut nicht weh und ist auch ohne nennenswertes Risiko. Wenn ein Polyp gefunden wird, kann die Abtragung mittels Elektroschlinge erfolgen. Dies ist ebenfalls schmerzfrei.  

In unserer Abteilung verfügen die untersuchenden Ärzte über eine große langjährige Erfahrung in dieser Untersuchung. Es werden jedes Jahr ca. 1.800 Darmspiegelungen durchgeführt.

Darmspiegelung - warum?

Es gibt viele Gründe, eine Darmspiegelung durchführen zu lassen. Die häufigsten Indikationen sind Darmbluten, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen. 

Die Darmspiegelung eignet sich zudem hervorragend zur Vorbeugung von Darmkrebs. Darmkrebs ist in Deutschland weiterhin die zweithäufigste Krebserkrankung. Durch eine konsequente Vorsorge kann der Ausbruch der Erkrankung in vielen Fällen verhindert werden. 

Bei ca. 1/3 der Untersuchungen werden kleinere Polypen (Adenome) gefunden und entfernt. Da sie als Vorstufe von Darmkrebs gelten, ist eine Kontrolle nach 3-5 Jahren erforderlich in Abhängigkeit von Art und Anzahl der Polypen.

Anmeldung

Gerne können Sie persönlich einen Termin vereinbaren, ein Telefonat reicht aber auch aus: 0 22 02 / 1 22 - 21 50. Hier finden Sie die Zeiten unserer Erreichbarkeit.

Ihnen werden dann schon erste Informationen zur geplanten Untersuchung mitgeteilt und es wird ein Termin zur Vorbesprechung mit dem Arzt vereinbart. 

Aufklärung

In einem persönlichen Vorgespräch mit dem Untersucher wird Ihnen der Ablauf der Untersuchung genau erklärt. Insbesondere wird auf mögliche Risiken eingegangen, die jedoch gering sind. Sie werden darauf aufmerksam gemacht, dass Sie kein Auto fahren dürfen, falls Sie eine Beruhigungsspritze bekommen. In diesem Gespräch haben Sie die Möglichkeit, alle Fragen bezüglich der Untersuchung zu stellen. 

Das Vorgespräch zwischen Patient und Arzt ist nach unserer Erfahrung besonders wichtig, weil hier ein erstes Kennenlernen stattfindet, sodass die bei einigen Patienten bestehenden Ängste und Unsicherheiten bereits abgebaut werden können. 

Bei dieser Gelegenheit werden wir Ihnen Blut abnehmen, um sicherzugehen, dass Ihre Bluterinnung für mögliche Polypentfernungen ausreichend ist. 

Beruhigungsspritze, Narkose oder lieber gar keine Sedierung?

Viele Patienten befürchten, dass die Darmspiegelung schmerzhaft ist. Dies ist maßgeblich von drei Faktoren abhängig:

  • Liegt der Darm in vielen Schlingen im Bauch?
  • Sind Verwachsungen nach Voroperationen vorhanden?
  • Wie schmerzempfindlich ist Ihr Darm?

Die Untersuchung soll für Sie nicht unangenehm sein. Daher gibt es die Möglichkeit einer Beruhigungsspritze (Sedierung), die von den meisten Patienten gewünscht wird. Hierdurch werden Sie in einen leichten Schlaf versetzt, sodass Angst vor der Untersuchung abgebaut wird, Schmerzen nicht wahrgenommen werden und die Erinnerung an die Untersuchung z.T. ausgelöscht wird.

Ca. 1/3 der Patienten lässt die Darmspiegelung ohne Beruhigungsspritze durchführen. Dabei handelt es sich überwiegend um Patienten, bei denen schon in der Vergangenheit diese Untersuchung durchgeführt wurde. 

In besonderen Fällen (große Angst, bekanntermaßen schwierig zu untersuchender Darm z.B. aufgrund von Verwachsungen) oder bei erheblichen Vorerkrankungen kann die Untersuchung in Kurznarkose durchgeführt werden. 

Falls während der Untersuchungen Schwierigkeiten oder Unannehmlichkeiten auftreten sollten, besteht die Möglichkeit, mehr von dem Medikament zu spritzen. 

Bei Gabe einer Beruhigungsspritze oder Narkose kommt es in seltenen Fällen zu Komplikationen (Verschlucken von Magensaft, Kreislaufkollaps). Daher gilt bei uns folgende Devise: So wenig wie möglich, so viel wie nötig!!! 

Vorbereitung

Für eine aussagekräftige Untersuchung und zur Vermeidung unnötiger Schmerzen oder Komplikationen ist eine optimale Darmreinigung erforderlich. Bitte bereiten Sie sich deshalb genau nach folgenden Anweisungen vor: 

  1. Mindestens drei Tage vor der Untersuchung keine Körnerfrüchte (z.B. Kiwi, Weintrauben, Tomaten) sowie Körnerbrot und –brötchen mehr essen.
  2. Am Tag vor der Untersuchung morgens ein leichtes Frühstück und ab mittags nur noch „passierte“ Kost oder klare Suppen, jedoch keine Milchspeisen und Fruchtsäfte zu sich nehmen.
  3. Am Tag vor der Untersuchung ab etwa 16:00 Uhr nehmen Sie einen Liter Moviprep nach Zubereitung entsprechend der Gebrauchsanweisung innerhalb von zwei Stunden zu sich. Zusätzlich sollten Sie noch ein bis zwei Liter kohlensäurefreies Mineralwasser oder ungesüßten Tee trinken, um eine effektive Darmentleerung zu gewährleisten. 
    Für einige Patienten kommt es bei der Einnahme der Vorbereitungslösung zu Übelkeit, manchmal auch zum Erbrechen. Zur besseren Verträglichkeit der Vorbereitungslösung empfehlen wir, die Lösung ca. zwölf Stunden vor geplanter Einnahme zuzubereiten und in der Zwischenzeit im Kühlschrank zu kühlen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit eine Brausetablette mit Fruchtgeschmack in der Vorbereitungslösung aufzulösen, oder die Lösung mit einem Strohhalm zu trinken. 
  4. Am Tag der Untersuchung ab etwa 6:00 Uhr morgens nochmals einen Liter Moviprep nach Zubereitung entsprechend der Gebrauchsanweisung innerhalb von zwei Stunden trinken. Danach sollten Sie zusätzlich noch ein bis zwei Liter kohlensäurefreies Mineralwasser oder ungesüßten Tee trinken.
  5. Ziel ist, dass der Stuhl aussieht wie „Kamillentee“.
  6. Nach der Einnahme des letzten Liters Moviprep sollte bis zum Beginn der Untersuchung mindestens eine Stunde verstreichen. Wenn die Untersuchung in Vollnarkose durchgeführt werden soll, dürfen Sie bis vier Stunden vor dem geplanten Termin Flüssigkeit zu sich nehmen. Alles Weitere wird bei einem Narkoseaufklärungsgespräch mit Ihnen besprochen.

Falls Fragen auftreten, können Sie uns unter der Telefonnummer 0 22 02 - 122 21 50 erreichen. 

Untersuchungsablauf

Bitte kommen Sie pünktlich zum Untersuchungstermin. Wir bemühen uns ebenfalls um Pünktlichkeit. Leider sind Notfalluntersuchungen im Krankenhaus nicht zu vermeiden, so dass es leider doch zu Verzögerungen kommen kann. 

Nach Anmeldung bei Sekretariat werden Sie von unserer Endoskopie-Schwester in eine Umkleidekabine geführt, in der Sie sich umziehen. Sodann setzen Sie sich im Untersuchungsraum auf die Untersuchungsliege.

Es erfolgt ein erneutes kurzes Gespräch mit dem Arzt, um mögliche Fragen zu klären, die zwischenzeitlich aufgetreten sind. Im Anschluss wird eine Infusionsnadel gelegt, über die die Beruhigungsspritze gegeben wird (sofern gewünscht) und die Untersuchung beginnt. 

Während der Untersuchung wird über einen Fingerclip Herzfunktion und Sauerstoffgehalt Ihres Blutes kontinuierlich gemessen, um maximale Sicherheit für Sie zu gewährleisten. Die Untersuchung wird digital aufgezeichnet.

Behandlungsmöglichkeiten während der Untersuchung

Aufwachraum

Nach Ende der Untersuchung werden Sie auf der Liege in unseren Aufwachbereich gefahren, in dem Sie sich ausschlafen und erholen können. Auch hier findet eine regelmäßige Überwachung von Herz- und Atemfunktion statt. Zudem besteht regelmäßiger Blickkontakt mit unserem Personal. 

Falls Sie keine Beruhigungsspritze erhalten haben und sich gut fühlen, können Sie sich sofort wieder ankleiden. 

Abschlussgespräch

Nach der Untersuchung findet unserem Besprechungsraum ein ärztliches Abschlussgespräch statt. Hier wird Ihnen der Befund mitgeteilt, ein Befundbericht für den überweisenden Arzt ausgehändigt, und weitere Verhaltensmaßregeln mitgeteilt, falls erforderlich. 

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