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Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen

 

 

Wann wird eine Ballondilatation oder Stentimplantation durchgeführt?

Wenn bei der Koronarangiographie Engstellen („Stenosen“) der Herzkranzgefäße festgestellt werden, kommen mehrere Behandlungsmöglichkeiten in Betracht. 

Viele Stenosen können mittels Herzkathetertechnik in gleicher Sitzung behandelt werden. Dabei wird über eine arterielle Schleuse (meist in der rechten Leiste) ein kleiner Ballon in die Herzkranzgefäße vorgebracht und dort entfaltet. In aller Regel erfolgt danach die Implantation eines so genannten Stents, um den Behandlungserfolg auch dauerhaft zu sichern. Stents sind kleine Röhrchen aus verschiedenen Metallen, die eine erneute Engstellung des Gefäßes durch elastische Rückstellkräfte verhindern.

Während der Prozedur können vorübergehend Angina pectoris-Beschwerden auftreten, allerdings nur für kurze Zeit und meist leichter Ausprägung.

Gelegentlich wird die arterielle Schleuse nun noch für einen Beobachtungszeitraum von 3 bis 4 Stunden belassen und dann erst entfernt. Der weitere Verlauf unterscheidet sich dann nicht von dem nach alleiniger Koronarangiographie.

Werden Metallstents oder medikamenten-beschichtete Stents verwandt?

Es stehen unterschiedliche Stents zur Koronartherapie zur Verfügung.

Seit längerer Zeit haben sich Stents aus Metall (oft „Bare metal Stents“, BMS genannt) bewährt. Seit 2002 existieren in Deutschland außerdem Stents, welche mit bestimmten Medikamenten beschichtet sind (oft „drug eluting stents“, DES genannt).

Die neueren, beschichteten Stents besitzen den Vorteil, dass sich in ihnen seltener durch Wachstum von Bindegewebe wieder Verengungen („Restenosen“) bilden. Daher kommen sie immer dann zur Anwendung, wenn das Risiko für eine Restenose relativ hoch ist (langstreckige Verengung, geringer Gefäßdurchmesser, Diabetes mellitus als Begleiterkrankung, etc.). Der Nachteil besteht darin, dass länger, in der Regel für ein Jahr eine Blutverdünnung mit zwei Medikamenten (z.B. ASS und Clopidogrel) zwingend notwendig ist.

Für unkomplizierte Engstellen (kurzstreckige Enge, großer Gefäßdurchmesser) oder Patienten, welche ein erhöhtes Blutungsrisiko aufweisen, zum Beispiel aufgrund des Alters, wegen Begleiterkrankungen oder der Notwendigkeit einer anderen gerinnungshemmenden Therapie (z.B. Marcumar) stellen die Metall-Stents weiter eine sehr gute Option dar. Hier beträgt die Dauer der Blutverdünnung meist nur einen Monat.

Welcher Stent bei Ihnen implantiert wird, muss der Arzt individuell abwägen und mit Ihnen diskutieren.

Was muss ich nach der Stentimplantation beachten?

Wegen eines Stents sind keinerlei Einschränkungen im alltäglichen Leben zu beachten. 

Sofern von Seiten der zu Grunde liegenden Herzerkrankung her möglich können Sie allen gewohnten Aktivitäten wie bisher nachgehen.

Interaktionen mit technischen Geräten, elektrischen Feldern, etc. treten ebenfalls nicht auf. Auch können bedenkenlos Ultraschall-Untersuchungen, Röntgen-Untersuchungen, Computertomographien und Magnet-Resonanztomographien durchgeführt werden. 

Besonders wichtig ist, dass Sie die verordneten Medikamente wie im Arztbrief angegeben regelmäßig einnehmen. Da es sich bei den Stents um ein körperfremdes Material handelt, muss in der ersten Zeit (nach Metall-Stents in der Regel für einen Monat, nach medikamenten-beschichteten Stents meist für ein Jahr) die Blutgerinnung gehemmt werden. Dies erfolgt mit zwei Medikamenten in Kombination, welche einen Verschluss des Stents durch Blutplättchen verhindern. Dies sind meist Acetylsalicyl-Säure (ASS) und Clopidogrel. Danach ist der Stent von der Innenhaut des Gefäßes überwachsen und das Risiko einer Gerinnselbildung nur noch extrem gering.

Welche Risiken bergen Ballondilatationen und Stentimplantationen?

Insgesamt ist das Risiko für Komplikationen während der Prozedur niedrig. Bei den allermeisten Patienten verläuft die Stentimplantation problem- und schmerzlos. 

Gelegentlich muss die Behandlung von Engstellen und insbesondere von chronischen Gefäßverschlüssen erfolglos abgebrochen werden, da entweder die Läsion nicht mit einem Draht und dem Ballon passiert werden kann oder die Engstelle so verhärtet ist, dass sie sich auch mit sehr hohen Drucken nicht aufweiten lässt. 

Beim Aufdehnen von Gefäßen kann es zu einem Einreißen der dünnen Gefäßinnenhaut kommen (einer „Dissektion“). Dies stellt meist kein relevantes Problem dar, denn in der Regel werden durch die Implantation eines Stents Dissektionen erfolgreich abgedeckt. Nur selten führt eine ausgedehnte Dissektion zu einem Verschluss des Gefäßes. 

Da es sich bei Stents um Fremdkörper handelt, würde das Blut dort normalerweise gerinnen und eine „Stent-Thrombose“ auftreten. Bei regelmäßiger Einnahme von zwei gerinnungshemmenden Medikamenten (meist Acetylsalicylsäure und Clopidogrel) ist die Stentthrombose heutzutage glücklicherweise eine Seltenheit. 

Ein Problem der Stents stellt die „Restenose“ dar. Hierunter versteht man ein langsames Wachstum von Bindegewebe im Stent mit einer daraus resultierenden Widerverengung. Dies äußert sich durch erneute Angina pectoris-Beschwerden.

Die Restenose kann oft durch erneute Ballondilation, eventuell auch erneute Stentimplantation (dann meist mit einem medikamenten-beschichteten Stent) beherrscht werden. 

Wie verläuft die Implantation?

Die Schrittmacherimplantationen erfolgen in unserem Herzkatheterlabor. Die Operation kann schmerzlos unter örtlicher Betäubung („Lokalanaesthesie“) durchgeführt werden. Falls gewünscht, erhalten Sie selbstverständlich zusätzlich Beruhigungsmittel intravenös.

Routinemäßig führen wir die Implantation von der linken Seite durch, hiervon kann aber auf Ihren Wunsch (zum Beispiel Linkshändigkeit) abgewichen werden. 

Nach einem kleinen Schnitt unterhalb des Schlüsselbeins werden zunächst die Elektroden im Herzen platziert. Dies geschieht über Venen, welche unterhalb des Schlüsselbeins verlaufen (meist die Vena cephalica, alternativ die Vena subclavia). Die Elektroden werden dann mit dem eigentlichen Schrittmacheraggregat verbunden. Dieses wird in eine kleine Tasche unter der Haut gelegt und dort fixiert. Nach Hautnaht und Anlage eines sterilen Verbandes wird gelegentlich noch für eine kurze Zeit ein Sandsack aufgelegt.

Was muss ich nach der Implantation beachten?

Sie sollten in den ersten Tagen den Arm auf der operierten Seite schonen und insbesondere Arbeiten über Kopf vermeiden. 

Post-operativ sollten Verbandskontrollen durch Ihren Hausarzt erfolgen. In unserer Klinik verwenden wir für die Hautnaht routinemäßig einen resorbierbaren Faden, so dass anschließend keine Fäden gezogen werden müssen. 

Der Schrittmacher kann ohne direkten Kontakt (das heißt durch bloßes Auflegen des Abfragegerätes auf die Haut) mittels Telemetrie getestet und programmiert werden.

Die erste post-operative Kontrolle ist nach vier bis sechs Wochen notwendig, danach werden Schrittmacherkontrollen routinemäßig alle sechs Monate vorgenommen. Diese Kontrollen dürfen nicht versäumt werden, da nur so eine beginnende Batterieerschöpfung rechtzeitig erkannt werden kann. 

Bei Rötungen oder Schmerzen im Bereich der Schrittmachertasche ist immer eine sofortige ärztliche Vorstellung notwendig.

Muss ich vor der Operation nüchtern bleiben?

Am Morgen der Untersuchung sollten sie nicht frühstücken, dürfen aber Getränke in normaler Menge zu sich nehmen.

Muss ich bestimmte Medikamente vorher absetzen?

Bitte setzen Sie keine Medikamente eigenmächtig ab. Falls Sie Gerinnungshemmer (z.B. ASS, Clopidogrel (Iscover oder Plavix), Phenprocoumon (Marcumar), …) einnehmen fragen Sie bitte Ihren Hausarzt oder uns, ob diese vorübergehend nicht eingenommen werden sollen. Falls Sie Insulin injizieren, sollten insbesondere kurz wirksame Insuline vor der anstehenden Nüchternperiode nicht gespritzt werden. Die meisten üblichen Medikamente (zum Beispiel gegen Bluthochdruck) können morgens mit Wasser zur gewohnten Zeit eingenommen werden.

Welche Komplikationen können auftreten?

Die Schrittmacherimplantation ist eine Prozedur, die nur sehr selten schwere Komplikationen nach sich zieht. 

Mitunter kommt es zu einem Bluterguss im Bereich der Schrittmachertasche, der aber meist klein ist und in der Regel keiner besonderen Behandlung bedarf. Nur selten müssen sehr große Blutergüsse operiert werden. 

Wie bei jeder Operation können Infektionen und Wundheilungsstörungen auftreten. 

Falls bei der Operation eine Punktion der Vena subclavia unternommen werden muss, kann es hierbei selten zu einem so genannten Pneumothorax kommen, wobei Luft zwischen Rippen- und Lungenfell gelangt. Dies wird immer durch eine post-operative Röntgenkontrolle geprüft. Sollte es tatsächlich einmal zu einem Pneumothorax gekommen sein, kann dieser durch Anlage einer Drainage wieder behoben werden. 

Die Schrittmacherelektroden werden im Herzen mit einer kleinen Schraube oder einem Anker befestigt. Die richtige Lage der Elektroden wird dabei durch Röntgendurchleuchtung kontrolliert. Außerdem wird die regelrechte Funktion der Sonden durch wiederholte elektrische Messungen getestet. Dennoch kann es gelegentlich dazu kommen, dass sich die Lage der Sonden nach der Operation verändert, so dass diese neu positioniert werden müssen. Einen endgültig festen Sitz erlangen die Sonden nach wenigen Wochen. 

Auf lange Sicht kann es sehr selten durch Isolationsdefekte, Sondenbrüche oder Narbenbildung am Herzen zu einer Verschlechterung der elektrischen Funktion der Sonde kommen, so dass eine Neu-Anlage der Sonden notwendig wird. 

Über individuelle Risiken werden Sie in einem Aufklärungsgespräch gesondert hingewiesen.

Falls die Implantation eines der oben genannten Schrittmachersysteme (ICD=“implantierter Cardio-Defibrillator“, CRT=“3-Kammerschrittmacher“) notwendig ist, gelten im Wesentlichen die oben aufgeführten Informationen zur Schrittmacherimplantation. Allerdings werden diese Operationen teilweise in Narkose durchgeführt.

Da hier von Patient zu Patient sehr unterschiedlich verfahren wird, dürfen wir auf ein persönliches Informations- und Aufklärungsgespräch verweisen.

Informationsfilm

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