Organisation
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Kindertraumatologie

Kindertraumatologie

Das verletzte Kind

Der Unfall

Sich selber zu verletzen ist mitunter ein schlimmes Ereignis – wenn sich aber die eigenen Kinder verletzen, so stellt dies für die besorgten Eltern stets eine besondere Ausnahmesituation dar. Vielfach fühlen sich Mutter und Vater hilflos, vielleicht auch mitverantwortlich. Das eigene Kind in Not, was kann es schlimmeres geben?
Ist der erste Schreck überwunden, stellt sich die Frage: Was ist zu tun? Kann man die Behandlung mit der Hausapotheke selber übernehmen? Am nächsten Tag zum Kinderarzt gehen? Oder doch gleich zum Chirurgen? Vielleicht aber auch ins Krankenhaus? Selber fahren oder den Rettungsdienst informieren? Ist gar der Notarzt notwendig?
Eine pauschale Antwort hierauf zu geben ist unmöglich. Da sich insbesondere kleine Kinder oftmals nur schwer äußern und ihre Beschwerden nur unzureichend schildern können, sollte bei einem entsprechenden Unfall oder aber dem bloßen Verdacht einer möglicherweise ernsthaften Verletzung die umgehende Vorstellung beim Arzt erfolgen. Um keine unnötige Zeit zu verlieren sollten die ohnehin gestressten Eltern eher den Rettungsdienst informieren, anstatt selber zu fahren. Ganz klar gilt hier: Sicherheit geht vor – das sind wir unseren Kindern schuldig.

Die Notaufnahme

Die Notaufnahme des Evangelischen Krankenhauses ist an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden rund um die Uhr ärztlich und pflegerisch besetzt. Zu jeder Tages- und Nachtzeit ist das Team vor Ort in der Lage, auch in kritischen Fällen die notwendigen Erstmaßnahmen einzuleiten und bei Bedarf um eine umfangreiche Diagnostik zu erweitern. Hieran schließen sich die individuellen Therapien oder, sofern erforderlich, notwendige Operationen an.
Alle Mitarbeiter werden regelmäßig geschult, die notwendigen Handgriffe und Abläufe wieder und wieder trainiert. Entsprechende Szenarien sind Inhalt interner Schulungen, um jederzeit vorbereitet zu sein. Hierzu zählen auch und insbesondere Verletzungen und Notfälle von Kindern.
Immer wenn Eltern mit verletzten Kindern in die Klinik kommen, werden diese vom Pflegepersonal schnellstmöglich dem zuständigen Arzt vorgestellt. Dieser entscheidet schnell, ob der kleine Patient ernsthaft verletzt ist und einer sofortigen Behandlung bedarf – die 'großen Patienten' werden dann hinten angestellt.
Den Eltern kommt hierbei eine große Rolle zu: sie sind es, die dem Arzt die notwendigen Informationen geben können. Der kleine Patient hat Angst und Schmerzen, Fragen werden in dieser Situation von Kindern in der Regel nicht adäquat beantwortet. Die Eltern können überdies beruhigend auf ihr Kind einwirken, welches neben den Schmerzen von der Kliniksituation und den vielen unbekannten Menschen überfordert ist und Angst hat. Die vertrauten Eltern sind Beschützer und Vermittler in einer Person.

Das Kind muss in der Klinik bleiben

Je nach Art und Schwere der Verletzung kann es erforderlich sein, das Kind in der Klink stationär aufzunehmen. Hierbei kann es sich um eine einfache Überwachung handeln, um zu beobachten, wie es dem Kind im weiteren Verlauf ergeht – in diesem Zeitraum werden in der Regel bestimmte Untersuchungen, wie bspw. ein Ultraschall wiederholt und wichtige Körperfunktionen kontrolliert. Dies ist vielfach erforderlich, um invasive Maßnahmen, wie z. B. eine Operation entweder zu vermeiden oder aber bei Bedarf durchzuführen.
Die stationäre Aufnahme dient ausschließlich der Sicherheit unserer Patienten und wird vom zuständigen Arzt immer nur empfohlen! Letztendlich ist es der Patient, der entscheidet, ob der diesem Rat folgt. So auch bei Kindern: die Eltern entscheiden, ob ihr Kind in der Klinik bleibt. Wohlwissend, dass eine stationäre Aufnahme sowohl für das Kind, als auch für die Eltern eine zusätzliche Belastung darstellen kann, wird eine solche Empfehlung von ärztlicher Seite in jedem Einzelfall sorgfältig abgewogen.

Eine Operation ist notwendig

Steht nach der Untersuchung und Diagnostik fest, dass es sich um eine ernsthafte Verletzung oder Erkrankung handelt, so kann eine Operation entweder umgehend oder zeitnah erforderlich sein. Der zuständige Arzt wird sich dann die Zeit nehmen, den Eltern die Gründe für die Operation, wie auch die Art der Operation zu erklären. Der dann notwendige Krankenhausaufenthalt hängt von der Schwere der Verletzung und der Operation ab. In jedem Fall werden wir versuchen den Aufenthalt so kurz wie möglich zu halten. Sollte es erforderlich sein oder gewünscht werden, kann ein Elternteil als Bezugsperson in das Krankenzimmer mit aufgenommen werden.
Vor der Operation erhält Ihr Kind ein Betäubungspflaster für die Haut damit es den Pieks von der Nadel für die Narkose nicht so spürt. Die Operation erfolgt, wenn möglich mit einem minimalinvasiven Verfahren. Nach der Operation wird Ihr Kind müde sein. Lassen Sie es schlafen. Sollte Ihr Kind über Schmerzen klagen, erhält es speziell für Kinder geeignete Schmerzmittel.

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus erfolgt in der Regel die Weiterbehandlung durch Ihren Kinderarzt, einen niedergelassenen Chirurgen/Unfallchirurgen oder Orthopäden. Bei der Entlassung erhalten Sie vom Stationsarzt einen entsprechenden Entlassungsbrief mit allen notwendigen Informationen für den weiterbehandelnden Arzt.
Abschließend als beruhigende Information: Kinder sind bei Verletzungen sehr schnell überfordert und weinen daher fast immer. Genau so schnell aber vergessen sie auch ein solches Ereignis. Für uns Erwachsene ist ein derartiges Vorkommnis zumeist viel nachhaltiger in Erinnerung, als dies bei einem Kind der Fall ist. Wir 'Großen' können mit unserem Verhalten daher sehr viel dazu beitragen, dass der kleine Patient sich eines Tages mehr an den tollen Gips und das große Bett, als an den eigentlichen Unfall erinnert.

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