Organisation
0 22 02 / 1 22 - 2320
NEU: Zertifizierte Wirbelsäulenchirurgie

Zertifizierte Wirbelsäulenchirurgie und -therapie

Master Zertifikat

In der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie wird ein breites Spektrum konservativer und operativer Verfahren an der Wirbelsäule angeboten. Bei der Behandlung unserer Patienten kommen alle modernen diagnostischen und operativen Methoden zur Anwendung. Unterstrichen wird die hohe Qualität der Wirbelsäulenchirurgie durch die jüngste Verleihung des begehrten Master-Zertifikats durch die international anerkannte Deutsche Wirbelsäulengesellschaft an Chefarzt Dr. med. Kai Pieritz.

Kompetente Behandlung der Wirbelsäule

Basis Zertifikat

Unter dem Dach der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft haben sich die führenden Fachverbände aus den Bereichen Unfallchirurgie, Orthopädie und der Neurochirurgie zusammengetan. Die Deutsche Gesellschaft für Wirbelsäulenchirurgie engagiert sich seit ihrem Bestehen für einen fachübergreifenden Konsens, mit dem Ziel der nachhaltigen und steten Verbesserung der Qualität in der Wirbelsäulenchirurgie und deren Therapie. Die Gesellschaft existiert seit mehreren Jahrzehnten und ist auch über die Landesgrenzen hinaus eine angesehene und anerkannte Instanz (www.DWG.org).

Bei dem genannten Master-Zertifikat handelt es sich um die zweithöchste Würdigung, die von der DWG an Personen verliehen werden kann. Voraussetzung für die Erteilung sind neben dem Nachweis einer jahrelangen Expertise in der Wirbelsäulenchirurgie in anerkannten Kliniken/Zentren ein umfangreicher OP-Katalog, entsprechende Zeugnisse von Seiten der Ausbilder, ferner zahlreiche belegbare Fortbildungen im Fachgebiet "Wirbelsäule".

Das komplexe Organ

Zum Vergrößern, bitte auf die Grafik klicken.

Die Wirbelsäule ist in ihrer Gesamtheit das zentrale tragende Konstruktionselement des Menschen. Sie bildet die knöcherne Mitte des Körpers, verbindet die Teile des Skelettes miteinander und umhüllt das im Wirbelkanal liegende Rückenmark.
Beim Menschen besteht die Wirbelsäule aus 24 freien Wirbeln, die über 23 Bandscheiben beweglich verbunden sind, sowie 8 bis 10 Wirbeln, die zu Kreuz- und Steißbein verwachsen sind. Da sie fast das gesamte Körpergewicht tragen und auf die Beine verteilen muss, ist die Wirbelsäule unten dicker als oben. Ihre mehrfache Biegung im Sinne einer Doppel-S-Form dient der Dämpfung von Stößen.

Wirbelgelenke

Mit Ausnahme des ersten und zweiten Halswirbels und der miteinander verschmolzenen Kreuz- und Steißbeinwirbel liegt zwischen zwei benachbarten Wirbelkörpern eine Bandscheibe. Diese besteht aus Faserknorpel mit einem relativ festen äußeren Ring aus Bindegewebe und einem weichen inneren Kern. Aufgaben der Bandscheiben sind das Abdämpfen von Stößen und Erschütterungen und die bewegliche Verbindung der einzelnen Wirbel miteinander. Die Bandscheiben bilden unechte Gelenke in Form von Symphysen.

Außer den Bandscheiben gibt es noch echte Gelenke zwischen den einzelnen Wirbeln, die Wirbelbogengelenke. Es handelt sich hierbei um die Facettengelenke, die auf den beiden unteren und den beiden oberen Gelenkfortsätzen aufeinanderfolgender Wirbel liegen. Die Wirbelbogengelenke bestimmen die Bewegungsrichtung, während Bandscheiben und Wirbelsäulenbänder den Bewegungsumfang begrenzen.

Die Beweglichkeit der Wirbelsäule in den 3 beweglichen Abschnitten ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Generell ist die Beweglichkeit in der Halswirbelsäule in alle Richtungen am Größten, die Brustwirbelsäule ist wegen ihrer Einbindung in den Brustkorb am unbeweglichsten. Aufgrund der fast senkrecht stehenden Gelenkflächen der Gelenkfortsätze im Lendenbereich findet hier fast keine Rotation statt, stattdessen ist eine starke Beugung nach vorne und Streckung nach hinten möglich.

Erkrankungen und Verletzungen der Wirbelsäule

Man unterscheidet akuten Erkrankungen oder Verletzungen von altersbedingten, also degenerativen Veränderungen. Letztere werden umgangssprachlich auch als Verschleiß bezeichnet.
Zu den häufigsten akuten Erkrankungen oder Verletzungen zählen:

  • Hexenschuss („Ischialgie“)
  • Bandscheibenvorfall
  • Knochenbrüche durch Unfälle (Frakturen)

Beim umgangssprachlichen Hexenschuss handelt es sich um ein harmloses, wenngleich bisweilen sehr unangenehmes Schmerzereignis. Hierbei kommt es durch plötzliche oder ruckartige Bewegungen zu einer Irritation eines oder mehrerer Nerven. Die hierdurch verursachten Schmerzen können extrem heftig sein und ausschließlich im unteren Rücken lokalisiert sein oder aber die Beine ausstrahlen. Manch ein Patient ist durch den Schmerz nahezu bewegungsunfähig.

Ein Bandscheibenvorfall kann sich langsam entwickeln und im Vorfeld mit mehrfachen Hexenschüssen einhergehen. Hier kommt es zu einer Verletzung der Bandscheibe mit Verlagerung von Bandscheibengewebe in den Rückenmarkskanal. Ein Bandscheibenvorfall kann im Rahmen einer Belastung, wie bspw. bei einem Hexenschuss aber auch ohne äußeren Anlass auftreten. Symptome des Bandscheibenvorfalls sind starke, häufig in die Beine ausstrahlende Schmerzen, oft verbunden mit einem Taubheitsgefühl im Versorgungsgebiet der eingeklemmten Nervenwurzel, gelegentlich auch mit Lähmungserscheinungen. Eine Behandlung ist oft konservativ möglich, schwere Vorfälle müssen operativ behandelt werden.

Brüche von Wirbelkörpern im Rahmen von Unfällen stellen in der Regel schwere Verletzungen dar und sind in der Regel mit weiteren Verletzungen vergesellschaftet. Wichtig ist, bei einem schwerverletzten Patienten stets an Brüche der Wirbelsäule zu denken und den Patienten entsprechend zu behandeln. Dies trifft besonders für Patienten zu, die das Bewusstsein verloren haben. Die große Gefahr besteht darin, derartige Verletzungen zu übersehen.

Das Team der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie ist in dieser Hinsicht entsprechend geschult und mit der Diagnostik und Behandlung derartiger Verletzungen vertraut. Zu jeder Tages- und Nachtzeit stehen alle modernen diagnostischen wie auch operativen Möglichkeiten zur Verfügung. Vielfach kommen minimalinvasive Verfahren zur Anwendung, so dass nur kleine Schnitte gemacht werden müssen und keine großen Narben verbleiben.

Zu den häufigsten altersbedingten, degenerativen Veränderungen zählen:

  • Einengung des Rückenmarks (Spinalkanalstenose) und der Nervenfenster (Neuroforamenstenose)
  • Wirbelgleiten
  • Ermüdungsbrüche bei Osteoporose

Im Laufe des Lebens kommt es zwangsläufig zu degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule. Diese können über viele Jahre durch den menschlichen Körper kompensiert werden. Irgendwann sind dann diese Verschleißerscheinungen zu groß und verursachen unangenehme und bisweilen heftige Beschwerden.

Durch Verknöcherungen an der Wirbelsäule, aber auch das zusätzliche Wachstum von Bindegewebe kommt es im Verlauf zu einer Einengung des Rückenmarks mit den darin verlaufenden Nervenfasern. Ebenso können die einzelnen Nerven die das Rückenmark verlassen in den Nervenfenstern eingeklemmt werden. Dieser Druck auf das Nervengewebe äußert sich in der Regel zunächst mit Schmerzen – diese entstehen langsam, im Gegensatz zur oben erwähnten Ischialgie. Im weiteren Verlauf können Gefühlsstörungen und sogar eine Muskelschwäche, bis hin zu Lähmungen hinzu kommen. Viele Patienten berichten über 'müde Beine', die sie nicht mehr richtig tragen würden. Oftmals müssen Pausen eingelegt werden, damit wieder Kraft in die Beine kommt.

Ein ähnliches Phänomen liegt beim Wirbelgleiten vor. Durch eine angeborene oder im Laufe des Lebens erworbene Instabilität verschieben sich die Wirbelkörper. In der Folge dieser Verschiebung wiederum kommt es – ähnlich wie bei einer Spinalkanalstenose – zu einer Einengung des Rückenmarkkanals mit einhergehenden Schmerzen.

Mit zunehmendem Alter kommt es neben einer Verminderung der Muskelmasse auch zu einem Abbau an Knochensubstanz. Die milde Form wird Osteopenie genannt, hierbei hat der Knochen eine noch feste Substanz. Im weiteren Verlauf geht die Osteopenie ohne adäquate Therapie in die Osteoporose über. Im Gegensatz zur Osteopenie wird der Knochen bei der Osteoporose weich und anfällig für Brüche.

Aufgrund der schlechten knöchernen Struktur sind nur noch geringe Kräfte nötig um den Wirbelkörper zum Einbrechen zu bringen. So können Patienten mit einer fortgeschrittenen Osteoporose schon beim Anheben alltäglicher Lasten oder auch beim Hineinfallen in einen Sessel einen Bruch erleiden. Da diese Brüche oftmals ohne ein wirkliches Ereignis auftreten, werden diese häufig übersehen und spät diagnostiziert. Wird eine Osteoporose nicht rechtzeitig therapiert, kann es im Verlauf zu weiteren schmerzhaften Knochenbrüchen kommen.

Konservative Therapie oder doch eine Operation?

Chefarzt Dr. med. Kai Pieritz

Die Frage, ob eine Operation notwendig ist oder ob ein Wirbelsäulenleiden konservativ, also ohne Operation behandelt werden kann, ist eine wichtige Frage, die für den Patienten eine große Rolle spielt. Eine Vielzahl von Erkrankungen der Wirbelsäule können tatsächlich ohne Operation effektiv behandelt werden. Die Operation stellt zwar nicht die Ausnahme, aber immer den letzten Schritt dar, wenn konservative Maßnahmen keine Wirkung mehr zeigen.

Chefarzt Dr. med. Kai Pieritz verfügt über eine jahrlange und umfassende Expertise in der konservativen wie auch operativen Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen der Wirbelsäule. Vor seiner Tätigkeit im Evangelischen Krankenhaus war er auch als Oberarzt der Sektion 'Wirbelsäulenchirurgie' im St. Remigius Krankenhaus in Leverkusen tätig. In diesem Klinikum wurden hunderte bisweilen hochkomplexe Eingriffe an der Wirbelsäule durchgeführt, begleitet durch umfassende konservative Verfahren und auch der multimodalen Schmerztherapie.
Bei der multimodalen Schmerztherapie handelt es sich um spezielle Infiltrationstechniken an der Wirbelsäule, um so direkt an der 'Wurzel des Übels' behandeln zu können.

Alle Patienten werden in der Sprechstunde und natürlich auch wenn Sie aufgrund akuter Schmerzen aufgenommen werden umfassend untersucht und die notwendigen diagnostischem Maßnahmen eingeleitet. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Abteilung für Radiologie, die Untersuchungsergebnisse werden zeitnah miteinander besprochen. "Durch diese enge Zusammenarbeit und die kurzen Wege im Evangelischen Krankenhaus erhalten wir bei unseren Patienten eine schnelle Diagnose und können eine individuelle Therapie anbieten", so Dr. Pieritz.

Alle Untersuchungsergebnisse werden persönlich mit dem Patienten besprochen und die Therapieoptionen umfassend erläutert. "Manch ein Patient ist verwundert, dass wir auch in scheinbar schweren Fällen zunächst von einer Operation abraten und ein konservatives Vorgehen vorziehen", weiß Dr. Pieritz aus dem klinischen Alltag zu berichten.
In kaum einem Gebiet ist die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Arzt und Patient so wichtig wie in der Behandlung von Erkrankungen der Wirbelsäule. Damit der Patient seine Erkrankung versteht, wird ihm diese umfassend erläutert. Hierbei sind Modelle der Wirbelsäule sehr hilfreich.

"Es kommt auch vor, dass ich bei bettlägerigen Patienten die Röntgenbilder mit meinem Handy fotografiere und ihm diese am Patientenbett erkläre", so Dr. Pieritz. Denn nur wenn ein Patient weiß, was für eine Erkrankung oder Verletzung bei ihm vorliegt, kann er die vom Arzt vorgeschlagene Therapie verstehen und auch entsprechend mitarbeiten.

Erst wenn alle Möglichkeiten einer konservativen Therapie ausgeschöpft sind kommen operative Verfahren an der Wirbelsäule zum Tragen. Mussten vor vielen Jahren diese Operationen in einer offenen Technik erfolgen, mit zum Teil großen Schnitten und Zerstörung von Muskulatur, so können heutzutage eine Vielzahl dieser Operationen in einer schonenden Weise durchgeführt werden. Diese Verfahren heißen minimalinvasive Operationen, da hierfür nur wenige kleine Schnitte notwendig sind. Dies bedeutet zum einen schnelle Operationszeiten, weniger Zerstörung von Muskulatur und somit eine bessere und schneller Heilung.

Des Weiteren haben die Patienten weniger Schmerzen, können schneller Mobilisiert und aus dem Krankenhaus entlassen werden. Im Evangelischen Krankenhaus werden alle modernen Verfahren minimalinvasiver Techniken der Wirbelsäulenchirurgie angewandt. Regelmäßige Fortbildungen und Schulungen der Mitarbeiter tragen dazu bei, dass alle Patienten optimal und nach den neuesten Standards behandelt werden.

Zur Krankenhaus-Startseite zur Startseite Seitenanfang Druckansicht