Organisation
0 22 02 / 1 22 - 0
 

14.06.2018: Medizindialog in Bergisch Gladbach "Divertikelerkrankungen - eine Volkskrankheit?"

Nährstoffe, Mineralien, Vitamine und Wasser: Die Treibstoffe für unseren Körper beziehen wir über den Darm. Dieser ist ein wichtiger Teil des Abwehrzentrums unseres Organismus.

Chefarzt Dr. med. Andreas Hecker

Wenn der Verdauungstrakt gestört oder entzündet ist, klagen Betroffene über Schmerzen, Blähungen, Durchfall oder Krämpfe.

Beim „Medizindialog“ informiert Chefarzt Dr. med. Andreas Hecker (Allgemein- und Viszeralchirurgie) über Symptome sowie Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bei Entzündungen des Darmes.

Divertikel sind Ausstülpungen an der Darmschleimhaut, die vor allem den Dickdarm betreffen. Sie sind meist unbedenklich, bei einer Entzündung können sie jedoch zu starken Beschwerden führen – der so genannten Divertikulitis. Diese ruft meist krampfartige Bauchschmerzen und ein Blähgefühl hervor und wird häufig von Fieber und Durchfall oder Verstopfung begleitet. Stehen dagegen schmerzhafter, häufiger (5 bis 6 Mal täglich) und sogar blutiger Stuhlgang im Vordergrund, kann eine chronische Darmentzündung vorliegen, auch Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa genannt.

Dr. med. Andreas Hecker, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, rät zur genauen Beobachtung: „Zunächst sollte man darauf achten, wann die Beschwerden auftreten, an welcher Stelle am Bauch sie sich zeigen und wie sie sich äußern.“ In einem „Schmerz/Stuhl-Tagebuch“ können die wichtigsten Beobachtungen festgehalten werden, sodass zum Beispiel nachvollziehbar ist, nach welchen Speisen die Beschwerden auftreten. Außerdem wichtig: Gibt es diese Probleme in der Familie, leiden Eltern oder Geschwister ebenfalls unter den Beschwerden?

Bei starken Schmerzen und/oder Fieber müssen Betroffene zum Arzt. In einem Gespräch erhält der Mediziner einen Eindruck von den Beobachtungen seines Patienten. Dann erfolgt die Untersuchung, bei der der Arzt den Bauch abtastet und abhört. Dr. med. Andreas Hecker nennt mit Blutentnahme, Ultraschall und gegebenenfalls Computertomographie die weiteren Untersuchungsschritte.

Sollten die Untersuchungen bis hierhin kein Ergebnis liefern, so muss sich der Patient einer kleinen oder gegebenenfalls großen Darmspiegelung unterziehen. Bei der kleinen Darmspiegelung werden nur die ersten 25 Zentimeter untersucht, der Darm muss nicht ganz entleert werden. Bei der großen Darmspiegelung werden der gesamte Dickdarm und der untere Teil des Dünndarms untersucht, deshalb ist eine gründliche Entleerung vorab wichtig.

Sobald die Ursachen der Beschwerden bekannt sind, kann die passende Therapie beginnen. Bei entzündeten Divertikeln kommen Schonkost und Antibiotika zum Einsatz. Es sollte die Nahrungszufuhr eingeschränkt und bekömmliche und flüssige Kost gewählt werden. Es kann sogar vorübergehend nötig sein, auf die Nahrungszufuhr zu verzichten, dies sollte aber nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. In sehr schweren Fällen – wenn die Divertikel geplatzt sind - oder bei immer wieder auftretenden Entzündungen verspricht eine Operation die besten Heilungsaussichten. Bei der Operation werden circa 30 Zentimeter des betroffenen Darmabschnittes entfernt und die beiden Enden werden zusammengenäht. Ein künstlicher Darmausgang ist mit den modernen Methoden in der Regel nicht erforderlich. 

Die Autoimmun-Erkrankung Morbus Crohn wird ebenfalls mit einer konservativen Therapie behandelt, wobei zunächst Cortison die Beschwerden lindert. Es stehen dann verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, die individuell mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden. Nur in Ausnahmefällen ist eine Operation angesagt. Sofern ein Teil des Darms entfernt werden muss, gilt das Motto „so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich“, berichtet Dr. med. Andreas Hecker.

Im EVK Bergisch Gladbach stehen die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Inneren Medizin und der Viszeralchirurgie im Vordergrund. Die enge Kooperation der Ärzte bietet eine optimale Versorgung der Patienten, bei der die fachübergreifenden Behandlungen von Baucherkrankungen individuell auf die Betroffenen abgestimmt werden. Kurze Kommunikations- sowie Diagnosewege garantieren passende Behandlungs- und Therapiepläne.

Im Rahmen der Vortragsreihe „Medizindialog“ des Evangelischen Krankenhauses Bergisch Gladbach findet am Donnerstag, dem 14.6.2018 um 19.30 Uhr der Vortrag „Divertikelerkrankungen - eine Volkskrankheit?“ im Forum im 5. Stock des Facharztzentrums des EVK Bergisch Gladbach in 51465 Bergisch Gladbach, Ferrenbergstr. 24 statt.

Weitere Information auf der PUR Website

zur Startseite Seitenanfang Druckansicht