Organisation
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Vortrag „Knieschmerzen - vom Sportlerknie bis zur Arthrose“

Evangelisches Krankenhaus Bergisch Gladbach: Am Donnerstag, 28. Juni, Medizindialog mit Chefarzt Dr. med. Kai Pieritz

Chefarzt Dr. med. Kai Pieritz

Unter dem Titel „Knieschmerzen - vom Sportlerknie bis zur Arthrose“ informiert Dr. med. Kai Pieritz, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie des Evangelischen Krankenhauses Bergisch Gladbach am Donnerstag, 28. Juni, von 19.30 bis 21.00 Uhr, im EVK-Forum (5. Etage), über die verschiedenen Ursachen für Knieschmerzen sowie die umfassenden Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten am EVK. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Medizindialogs statt.

Das Kniegelenk ist das größte und zugleich eines der kompliziertesten Gelenke des Menschen. Die Verbindung zwischen dem Oberschenkelknochen, dem Schienbein und der Kniescheibe besteht aus knorpelbedeckten Gelenkflächen. Zwischen den Gelenkflächen von Oberschenkelknochen und Schienbein liegen die Menisken, die aus faseriger und bindegewebiger Substanz zusammengesetzt sind. Ein komplexer Bandapparat schützt und stabilisiert das Kniegelenk. Am bekanntesten sind das vordere und das hintere Kreuzband. Beide verhindern bei einer Beugung des Knies das Abrutschen der Gelenkfläche des Oberschenkelknochens.

Ursachen für Knieschmerzen: Neben akuten und chronischen Verletzungen können Knieschmerzen auch durch angeborene Fehlstellungen des Gelenkes ausgelöst werden. Solche  Achsverschiebungen zwischen Ober- und Unterschenkel sind umgangssprachlich als X- oder O-Beine bekannt. Aber auch eine Lageverschiebung der Kniescheibe kann massive Schmerzen und Schäden im Kniegelenk verursachen. Derartige Fehlstellungen können in der Folge zu Fehlbelastungen des Kniegelenks führen, die sowohl den Knorpel, die Menisken oder auch den Bandapparat schädigen können. Um derartigen Schäden vorzubeugen ist es wichtig, zeitnah eine korrekte Diagnose zu stellen, um dann ohne weitere Verzögerung eine adäquate Therapie einleiten zu können.

Verletzungen von Knorpel, Meniskus oder Bändern: Als ehemaliger Mannschaftsarzt des Profikaders von Schalke 04 im Jahre 2010 hatte Dr. Pieritz sehr häufig mit Knieverletzungen zu tun. Dieses Gelenk wird bei vielen Sportarten, insbesondere dem Fußball, stark beansprucht. Zumeist können diese Verletzungen oder Schäden arthroskopisch, also minimalinvasiv, behandelt werden. Teile des verletzten Meniskus können so geglättet werden, die verletzten Bänder werden in der Regel durch körpereigene Sehnen ersetzt. Bei Schädigungen des Knorpels stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung: So kann versucht werden, den Knorpel wieder da zu fixieren, wo er herausgebrochen ist – alternativ wird eine Anbohrung durchgeführt oder die Transplantation von körpereigener Knorpelmasse vorgenommen. Bei einer Transplantation wird Knorpel von einer gesunden Körperstelle entnommen und an die kranke Stelle verpflanzt.

Arthrose: Ist der Knorpelverschleiß weit fortgeschritten, spricht man von einer Arthrose. Sind Fehlstellungen die Ursache der Arthrose, so kann eine operative Korrektur vorgenommen werden. Beispielsweise wird die Beinachse zu korrigiert, um die Belastung im Kniegelenk zu verlagern. Auch kann die Position der Kniescheibe operativ verändert werden. Diese Verfahren stellen hohe Ansprüche an den Operateur und haben den Vorteil, dass das eigentliche Gelenk komplett erhalten bleibt.

Die Knieprothese: Wenn aber der Verschließ weit fortgeschritten ist und auch eine zusätzliche Fehlstellung oder Instabilität im Kniegelenk besteht, dann hilft häufig nur noch der endoprothetische Kniegelenkersatz, sprich, die Endoprothese. Pro Jahr werden in Deutschland 165.000 Knieprothesen, davon 21.000 Teilprothesen implantiert. Der Anteil der Wechseloperationen beläuft sich auf 10 Prozent, mit steigender Tendenz, da die derzeitige Haltbarkeit von Prothesen bei etwa 20 Jahren liegt. Ein hohes Alter gilt inzwischen nicht mehr als Hindernis für eine Operation, die den Menschen zu höherer Mobilität und damit Lebensqualität verhelfen kann.

Die Indikation für eine Endoprothese ist erst dann gegeben, wenn sämtliche alternative Behandlungsverfahren ausgeschöpft sind. Die Operation der Knieprothese gehört in die Hand eines erfahrenen Operateurs. Im Endoprothesenzentrum des Evangelischen Krankenhauses Bergisch Gladbach werden derartige Eingriffe daher ausschließlich von versierten Orthopäden durchgeführt. Das Endoprothesenzentrum steht für höchste Qualität in der Endoprothetik und wurde im April dieses Jahres zum wiederholten Male erfolgreich zertifiziert. Aufgrund der komplexen Biomechanik des Kniegelenks ist die individuelle Planung einer Knieprothese Voraussetzung für den operativen Erfolg. So wird bereits im Vorfeld jede Prothesenoperation vom Operateur am Computer mit einem speziellen Endoprothesenprogramm individuell geplant. Die computergestützte Planung ermöglicht eine präzise Steuerung der Auswahl des optimalen Implantats und der Positionierung des künstlichen Gelenks.

Unabhängig davon, welcher Schaden oder welche Verletzung im Kniegelenk vorliegt: In der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie des Evangelischen Krankenhauses Bergisch Gladbach findet jeder Patient einen kompetenten Ansprechpartner, der ihn umfassend untersucht und individuell berät. 

Ihr Ansprechpartner am EVK
Chefarzt Dr. med. Kai Pieritz
Termine für die Gelenk-Sprechstunde vergibt das Sekretariat Jutta Haag
Telefon 02202 122 2320

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