Beate Todt mit Chefarzt Dr. med. Marc K. Schuler und einem Exemplar des künstlichen Kniegelenks, das ihr implantiert wurde (Foto: Daniel Beer).
27.06.2024 Evangelisches Krankenhaus Bergisch Gladbach

Mit Hightech-Knie wieder voll im Leben

Beate Todt bekam nach einem schweren Trümmerbruch von Chefarzt Dr. Schuler ein künstliches Kniegelenk im zertifizierten Endoprothetik-Zentrum des EVK Bergisch Gladbach implantiert.

Ihr ganzes Leben lang war Beate Todt aus Bergisch Gladbach-Schildgen sportlich aktiv und lebensfroh: „Als Kind habe ich Turnen und Leichtathletik gemacht und bin Ski gefahren. Später sind Judo, Gymnastik und Tennis dazugekommen. Die Urlaube verbrachten wir meistens mit Bergtouren und ich bin regelmäßig gejoggt.“ Bei einem Waldspaziergang stürzte sie jedoch und verletzte ihr linkes Knie so schwer, das es durch ein künstliches Kniegelenk (Endoprothese) gerettet werden musste. Im zertifizierten Endoprothetik-Zentrum des Evangelischen Krankenhauses Bergisch Gladbach (EVK) konnte das Team um Dr. med. Marc K. Schuler, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und traumatologische Wirbelsäulenchirurgie, der 76-Jährigen dabei helfen, ihren aktiven Lebensstil nach der erfolgreichen Operation fortzuführen.

Im Oktober vergangenen Jahres war Beate Todt mit ihrer Schwiegertochter und ihren beiden Engelkindern im Wald abseits der Wanderwege unterwegs, als sie auf rutschigem Untergrund den Halt verlor und stürzte. „Vom Judo weiß ich eigentlich, wie man sich geschickt abfängt. Ich konnte aber nicht so schnell reagierenund habe den Sturz nur mit meinem Knie abgefangen.“ Sie versuchte mehrfach, wieder aufzustehen, was ihr aber nicht gelang: „Ich hatte keinen Halt mehr im linken Knie.“ Der Rettungsdienst brachte sie ins EVK, wo mithilfe von Röntgenbildern und Computertomographie ein nicht reparabler Trümmerbruch des verletzten Knies diagnostiziert wurde. Ein Schock für Todt: „Ich hatte Angst, zum Pflegefall zu werden.“

„Das Knie war vollkommen zerstört und nicht mehr zu retten“, erinnert sich Dr. Schuler an die Diagnose. „Das zertrümmerte Knie wurde dann operativ kunstfertig rekonstruiert, stabil zusammengeschraubt und anschließend in gleicher Narkose die kaputten Gelenk-Oberflächen durch ein neues modulares Kniegelenk ersetzt. Dies ermöglicht die sofortige freie Beweglichkeit und Vollbelastung des operierten Beins ohne Einschränkungen direkt ab der Operation.“

Die Operation wurde mit Unterstützung des Hochpräzisionsroboters ROSA durchgeführt, den das EVK seit Oktober vergangenen Jahres als erstes und einziges Krankenhaus im Bergischen Land und in Köln bei der Implantation künstlicher Kniegelenke auch bei Knochenbrüchen einsetzt. „ROSA verbindet Künstliche Intelligenz mit modernster hochpräziser Robotik und den Fähigkeiten des erfahrenen Operateurs für ein noch besseres und schnelleres Behandlungsergebnis“, erklärt Chefarzt Dr. Schuler die großen Erfolge, die das Klinikum mit dem OP-Roboter bei Arthrose-Knien und bei Fraktur-Knien verzeichnet.

In den vergangenen Monaten hat Dr. Schuler etwa 75 neue Kniegelenke mit dem Operationsroboter erfolgreich implantiert: „Der Operateur betastet mit einer Art roboterkontrolliertem Stift die Knorpel- und Knochen-Oberfläche des Patientenknies und bemisst damit die gesamten Oberflächen dreidimensional. Daraus errechnet der Roboter dann die exakte Größe des Patienten-Knies auf den Millimeter genau in jeder Ausdehnung als patientenindividuelles 3D-Modell. Dann wird die individuelle Bandspannung im Knie und um das Knie während der Operation in Bewegung gemessen. Der Roboter errechnet und folgt dann während des Eingriffs diesen millimetergenauen Berechnungen und führt die Knochensäge. Mit dieser entfernt der erfahrene Operateur mit feinsten Sägeblättern nur die defekten Knorpel- und Knochenteile und ersetzt diese schließlich durch die Implantate.“

Die Operation von Beate Todt sei hervorragend gelungen, resümiert Dr. Schuler und auch seine Patientin erklärt überaus zufrieden: „Ich hatte immer große Angst vor einem künstlichen Kniegelenk und dadurch nicht mehr mobil zu sein. Die Robotik-Operation meines neuen Kniegelenks verlief jedoch so gut, dass ich jedem nur dazu raten kann. Dr. Schuler zeigte mir schon direkt nach der Operation im Aufwachraum, wie gut ich mein Knie sofort wieder in freien Bewegungen abwinkeln, strecken und belasten kann. Das hat mir sofort Mut gemacht“, so Todt.

Im EVK werden sogenannte Rapid-Recovery-Maßnahmen dazu genutzt, dass Patienten sofort wieder auf die Beine kommen und keine Zeitverzögerungen oder unangenehme Einschränkungen nach einer Operation hinnehmen müssen. Dank der anschließenden Physiotherapie konnte sich Beate Todt schnell wieder schmerzfrei bewegen und unter anderem ganz normal Treppen steigen.

Nach der üblichen dreiwöchigen Anschlussbehandlung in einer Reha-Einrichtung kann sie ihr Leben jetzt wieder wie vor dem Unfall leben. „Ich bin wieder fit und unabhängig und genieße jeden Tag. Das war mein großes Ziel. Dass ich ein künstliches Kniegelenk habe, spüre ich im Alltag überhaupt nicht. Dr. Schuler und dem gesamten Team im EVK bin ich sehr dankbar.“

Text: Daniel Beer