
Gefäßchirurgie
Abteilung
Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,
herzlich willkommen auf der Seite der Klinik für Gefäßchirurgie des Evangelischen Krankenhauses Bergisch Gladbach. Hier finden Sie Informationen zu unserer Abteilung, dem gesamten Team und natürlich zu unseren Behandlungsmöglichkeiten.
Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht dabei die Behandlung von Erkrankungen des Blutgefäßsystems, bestehend aus Arterien (vom Herzen wegführenden Blutgefäßen) und Venen (zum Herzen hinführenden Blutgefäßen). Dabei verfolgen wir immer das Ziel, Ihre Lebensqualität zu verbessern.
MehrUnsere Spezialisten
Leistungen und Schwerpunkte
Zu unserem operativen Alltag zählen Eingriffe an der Halsschlag- und Hauptschlagader, im Bauchraum sowie an den unteren und oberen Extremitäten.
Unser Team behandelt damit sowohl Gefäßerweiterungen als auch Gefäßverschlüsse. Dazu gehören zum Beispiel Thrombosen, Krampfadern und Aussackungen. Darüber hinaus führen wir therapieerleichternde Eingriffe durch. Das ist für Sie dann relevant, wenn Sie zum Beispiel Dialysepatient sind oder über längere Zeit eine Infusion erhalten.
All dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit unserer kardiologischen, anästhesiologischen und radiologischen Abteilung, unserer Pflegeüberleitung sowie Ihrem niedergelassenen Hausarzt.
Angina abdominalis
Angina abdominalis bedeutet: Bauchschmerzen durch mangelnde Durchblutung des Darms. Ursache sind verengte oder teilweise verschlossene Blutgefäße (meist durch Arteriosklerose). Typisches Symptom: Bauchschmerzen nach dem Essen.
Typische Beschwerden
- Krampfartige Bauchschmerzen nach Mahlzeiten
- Angst vor dem Essen → Gewichtsverlust
- Blähungen, Durchfall oder Verstopfung möglich
- Bei starkem Verschluss: akute, sehr starke Schmerzen – Notfall!
Wer ist gefährdet?
- Menschen mit Gefäßverkalkung (Arteriosklerose)
- Raucher
- Bluthochdruck
- Diabetes
- Hohe Blutfette
- Meist ältere Patienten
Diagnostik
- Gespräch und körperliche Untersuchung
- Ultraschall der Bauchgefäße (Doppler-Sonografie)
- CT- oder MR-Angiografie (Darstellung der Blutgefäße)
- Klassische Angiografie (mit Kontrastmittel über Katheter)
Behandlungsmöglichkeiten
1. Allgemeine Maßnahmen
- Risikofaktoren behandeln: Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin einstellen
- Mit dem Rauchen aufhören
- Medikamente zur Blutverdünnung (z. B. ASS)
2. Gefäßerweiterung (interventionell)
- Ballonaufdehnung (PTA): das verengte Gefäß wird geweitet
- Stent-Einlage: Ein Metallgitter (Stent) hält das Gefäß offen
3. Operation
- Umgehung der Engstelle mit einem Bypass
- Bei Darmschäden evtl. Teilentfernung des Darms notwendig
Wichtig:
Die frühe Abklärung bei Beschwerden ist entscheidend, um Schäden am Darm zu verhindern. Bei plötzlich sehr starken Bauchschmerzen sofort den Notarzt rufen!
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie nach dem Essen regelmäßig Bauchschmerzen haben. Eine rechtzeitige Behandlung kann Komplikationen verhindern und die Lebensqualität verbessern.
Aortenverschlüsse und abdominelles Aorten-Aneurysma
Aortenaneurysma – einfach erklärt
Die Aorta ist die größte Arterie des Körpers. Ein Aneurysma bedeutet, dass ein Teil der Aortenwand geschwächt ist und sich ballonartig nach außen wölbt. Das kann gefährlich sein, weil die Wand reißen (rupturieren) kann und es dann zu lebensbedrohlichen Blutungen kommt.
Was ist ein Aortenaneurysma?
- Die Aorta transportiert Blut vom Herzen in den gesamten Körper.
- Ein Aneurysma ist eine Ausbuchtung bzw. ballonartige Erweiterung der Arterienwand.
- Es tritt am häufigsten im Bauchraum (abdominelles Aortenaneurysma) oder im Brustkorb (thorakales Aortenaneurysma) auf.
- Risiko: Reißt das Aneurysma, kommt es zu schweren inneren Blutungen.
Behandlungsmöglichkeiten
1. Überwachung / kontrolliertes Abwarten
- Kleine Aneurysmen (im Bauchraum unter etwa 5 cm) reißen selten.
- Regelmäßige Kontrollen mittels Ultraschall oder CT.
- Behandlung von Risikofaktoren: Bluthochdruck, Rauchen, hoher Cholesterinspiegel.
2. Operation (bei großen oder schnell wachsenden Aneurysmen)
Es stehen zwei Hauptverfahren zur Verfügung:
- Offene Operation: Der Bauchraum oder Brustkorb wird eröffnet und der erkrankte Abschnitt der Aorta wird durch eine künstliche Gefäßprothese ersetzt.
- Endovaskuläre Therapie (EVAR/TEVAR): Eine Stentprothese wird über die Leistenarterie eingebracht und stabilisiert das Aneurysma von innen.
Zusammenfassung
- Klein → beobachten und Risikofaktoren behandeln.
- Groß oder wachsend → Operation oder Stentprothese.
Karotisstenose – Verengung der Halsschlagader
Was ist eine Karotisstenose?
Die Halsschlagadern (Karotisarterien) versorgen das Gehirn mit Blut. Lagern sich Ablagerungen (Plaques durch Arteriosklerose) an der Innenwand der Arterie ab, kann sie sich verengen (Stenose). Diese Verengung erhöht das Risiko für einen Schlaganfall.
Typische Warnzeichen
Rufen Sie sofort den Notruf 112, wenn diese Symptome auftreten:
- Plötzliche Sehstörungen oder vorübergehende Erblindung.
- Sprachstörungen (verwaschene Sprache, Wortfindungsstörungen).
- Schwäche oder Taubheitsgefühl auf einer Körperseite.
- Schwindel oder unsicherer Gang.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Eine Karotisstenose wird meist durch eine einfache Ultraschalluntersuchung der Halsgefäße festgestellt. In manchen Fällen sind zusätzliche Untersuchungen wie eine CT- oder MRT-Angiografie erforderlich.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Wahl der Therapie hängt vom Ausmaß der Verengung und davon ab, ob bereits Symptome aufgetreten sind.
Medikamentöse Behandlung (bei leichter Verengung):
- Blutverdünnende Medikamente zur Schlaganfallvorbeugung
- Cholesterinsenkende Medikamente (Statine)
- Behandlung von Risikofaktoren (Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen)
Operation (bei höhergradiger Verengung oder bei Symptomen):
Karotisendarteriektomie (CEA): Die Arterie wird eröffnet, die Ablagerungen werden entfernt und das Gefäß anschließend wieder verschlossen. In unserem Zentrum wird dieser Eingriff in der Regel in regionaler Betäubung durchgeführt. Das bedeutet: Sie bleiben wach, atmen selbstständig, und die Hirnfunktion kann während der Operation direkt überwacht werden.
Interventionelle Therapie (Karotisstenting, CAS): Über einen Katheter, der über die Leisten- oder Armarterie eingeführt wird, wird ein kleines Metallgitterröhrchen (Stent) in die Engstelle eingesetzt und entfaltet, um die Arterie offen zu halten.
- Vorteil: Kein Schnitt am Hals, weniger invasiv.
- Nachteil: Etwas höheres Risiko für kleine Schlaganfälle während des Eingriffs.
Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ist eine Erkrankung, bei der sich Blutgefäße – vor allem in den Beinen – durch Ablagerungen (Arteriosklerose) verengen oder verschließen. Dadurch kommt es zu einer verminderten Durchblutung.
Typische Symptome
- Schmerzen in den Beinen beim Gehen (Claudicatio intermittens, auch bekannt als „Schaufensterkrankheit“).
- Kalte oder blasse Füße und Beine.
- Schlechte Wundheilung an den Beinen.
- In fortgeschrittenen Stadien: Schmerzen in Ruhe, offene Wunden oder Gewebeverlust.
Risikofaktoren
- Rauchen.
- Bluthochdruck.
- Diabetes mellitus.
- Erhöhter Cholesterinspiegel.
- Bewegungsmangel.
- Übergewicht.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Therapie richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung und kann Folgendes umfassen:
1. Lebensstiländerungen:
- Mit dem Rauchen aufhören
- Regelmäßige Bewegung (Gehtraining verbessert die Durchblutung)
- Gesunde Ernährung
- Gewichtsreduktion
2. Medikamentöse Behandlung:
- Blutverdünnende Medikamente (z. B. ASS oder Clopidogrel) zur Vorbeugung von Blutgerinnseln.
- Medikamente zur Senkung von Cholesterin und Blutdruck.
- Behandlung eines bestehenden Diabetes.
3. Medizinische Eingriffe (bei schweren Verläufen):
- Ballondilatation (PTA)
- Einsetzen eines Stents zur Offenhaltung des Gefäßes
- Bypass-Operation (Umleitung des Blutes über ein anderes Gefäß)
Wichtig:
Die pAVK ist nicht nur eine Erkrankung der Beine, sondern auch ein Warnsignal für das gesamte Gefäßsystem. Menschen mit pAVK haben ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Deshalb sind eine frühzeitige Diagnose und Behandlung besonders wichtig.
Was Sie selbst tun können
- Hören Sie mit dem Rauchen auf.
- Bleiben Sie körperlich aktiv – tägliches Gehen ist die beste Therapie.
- Nehmen Sie Ihre verordneten Medikamente regelmäßig ein.
- Lassen Sie Ihre Risikofaktoren (Blutdruck, Cholesterin, Blutzucker) regelmäßig kontrollieren.
Studien
Bergisch Gladbach-Studie Herz-Kreilauf-Gesundheit (BG-Study)
Seit dem Frühjahr 2021 leitet Privatdozent Dr. med. Payman Majd am Evangelischen Krankenhaus Bergisch Gladbach die Bergisch Gladbach-Studie - kurz BG-Study - zur Herz-Kreilauf-Gesundheit. Es handelt sich dabei um eine Studie zu Arteriosklerose (Arterienverkalkung), die Bergisch Gladbach zu einem wichtigen Teil des medizinischen Fortschritts macht. Menschen aus Bergisch Gladbach und der Region bietet die Studie entscheidende Vorteile.
Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der BG-Study (Link).
Sprechzeiten
Der fundierte, gezielte Austausch mit Ihrem Arzt trägt maßgeblich zu einer präzisen Diagnostik und auf Ihre – medizinischen und menschlichen – Bedürfnisse maßgeschneiderten Therapie bei. In den folgenden Sprechzeiten haben Sie die Möglichkeit, Ihre Diagnose mit Ihrem Arzt zu besprechen:
Sprechstunden nur nach Vereinbarung.
Terminvergabe für Sprechstunden
Frau Laura Wirges
Tel: 02202 122 - 2330
Kontakt
Haben Sie uns telefonisch nicht erreicht oder besuchen unsere Website außerhalb unserer Geschäftszeiten? Schreiben Sie uns gerne eine Nachricht. Wir antworten Ihnen schnellstmöglich oder rufen auch gerne zurück.
Sekretariat
Frau Katja Heyroth
Tel: 02202 122 - 2310
Fax: 02202 122 - 2319
Mail: k.heyroth@evk.de
Frau Hildegard Christ
Tel: 02202 122 - 2304
Telefonisch erreichbar Montag, Dienstag und Donnerstag von 8 bis 14 Uhr sowie Mittwoch und Freitag von 8 bis 13 Uhr.