Foto: EVK Bergisch Gladbach - Dr. med. Daniela Müller-Gerbes.
26.04.2017 Evangelisches Krankenhaus

Endoskopie ausbauen, breit aufgestellte Gastroenterologie anbieten

Dr. med. Daniela Müller-Gerbes ist neue Chefärztin der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie.

Seit Anfang April ist Dr. med. Daniela Müller-Gerbes als neue Chefärztin der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie am Evangelischen Krankenhaus Bergisch Gladbach tätig. Die 48jährige Medizinerin ist eine umfassend ausgebildete Internistin mit Erfahrung in allen Bereichen der Inneren Medizin. Sie begann ihre medizinische Karriere 1996 in den Kliniken der Stadt Köln und praktizierte dort, bevor sie nach Bergisch Gladbach kam, zuletzt sieben Jahre als Oberärztin in einer der größten gastroenterologischen Endoskopieabteilungen von Nordrhein-Westfalen.

Mit diesem reichen Erfahrungsschatz will sie das bewährte Diagnostik- und Therapiespektrum in Bergisch Gladbach fortführen und gleichzeitig eigene Akzente setzen. So soll das endoskopische Repertoire ausgebaut werden. „Als erstes wird die planare und radiale Endosonografie etabliert“, kündigt Dr. Daniela Müller-Gerbes an. Mit diesem Verfahren kann zum Beispiel die Bauchspeicheldrüse von innen endoskopisch genau untersucht werden, Zysten und Tumore können punktiert werden und es ist mit dieser Methode möglich, auffällige Befunde in der Magen- und Speiseröhrenwand oder auch ungeklärte Bauchschmerzen abzuklären.

„Darüber hinaus sind mir die Abklärung von funktionalen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und Aspekte der Ernährungsmedizin wichtig“, so die neue Chefärztin, die sich am EVK um die Behandlung von Patienten mit Zöliakie (Glutenunverträglichkeit), funktionellen Darmbeschwerden wie dem Reizdarm und  funktionellen Entleerungsstörungen kümmern wird. „Gerade in diesem Bereich gibt es viele neue wissenschaftliche Erkenntnisse und der Patient kann durch falsche Ernährung seine Erkrankung verschlechtern. Hier ist oft viel aufklärende Tätigkeit notwendig.“

Dr. Daniela Müller-Gerbes hat ihr Medizinstudium in Würzburg, Köln und den USA absolviert. Es folgten die beiden Facharztausbildungen in der Inneren Medizin sowie der Gastroenterologie. Ab 2010 war sie als Oberärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie bei den Städtischen Kliniken Köln im Krankenhaus Holweide und Merheim tätig. „Ich habe jahrelang sowohl breiteste Innere Medizin als auch hochspezialisierte Gastroenterologie gelernt und gelehrt“, sagt Dr. Müller-Gerbes über ihre Tätigkeit.

In Köln hat sie umfangreiche Erfahrungen gesammelt in interventioneller Endoskopie, der Funktionsdiagnostik sowie der konservativen und onkologischen Gastroenterologie. In der Gastroenterologie ist Dr. Müller-Gerbes wissenschaftlich tätig, sie publiziert regelmäßig in renommierten internationalen Fachzeitschriften und gibt ihr Wissen in der Ausbildung von Studenten und Kollegen weiter. So ist sie seit langem als Referentin in Ausbildungskursen, etwa zur Dünndarmkapselendoskopie, Ernährungssondentechniken sowie Blutungsmanagement, tätig.

Mit dem von Dr. Müller-Gerbes geplante Ausbau des endoskopischen Spektrums am EVK sollen die Möglichkeiten der therapeutischen ERCP erweitert werden. Damit sind Spiegelungen der Gallen- und Pankreaswege beschrieben sowie das Setzen von Plastik- und Metallstents bei entzündlichen und tumorbedingten Verengungen (Stenosen). Und langfristig geplant ist außerdem ein Angebot zur ph-Metrie, also der Säuremessung sowie der Manometrie, einem Verfahren zur Druckmessung in der Speiseröhre.

Die in Köln lebende Dr. Daniela Müller-Gerbes ist verheiratet und hat zwei Söhne im Alter von 13 und 15 Jahren. Auf die Frage, wie sie es denn als Frau bis zur Chefärztin gebracht habe, fallen ihr spontan zwei Aspekte ein. „Ich hatte immer viel Unterstützung und bin ein belastbarer, ausgeglichener Typ“, beschreibt sie ihren Charakter. Und beim Organisieren und Managen des Familienlebens hat sie mit ihrem Ehemann eine gute Aufgabenteilung gefunden, die für sie als Mutter einen gewissen Preis hat: „Sie müssen auch mal aushalten, nicht immer alles bis ins letzte Detail mitzubestimmen“, beschreibt sie mit einem Lächeln diese Aufgabe.

Text: Robert Schäfer