zur Herz-Kreislauf-Gesundheit

Bergisch Gladbach-Studie

Bergisch Gladbach-Studie zur Herz-Kreislauf-Gesundheit

Epidemiologische kardiovaskuläre Studie

Seit dem Frühjahr 2021 leitet Privatdozent Dr. med. Payman Majd am Evangelischen Krankenhaus Bergisch Gladbach die Bergisch Gladbach-Studie zur Herz-Kreislauf-Gesundheit. Es handelt sich dabei um eine Studie zu Arteriosklerose (Arterienverkalkung), die Bergisch Gladbach zu einem wichtigen Teil des medizinischen Fortschritts macht. Menschen aus Bergisch Gladbach und der Region bietet die Studie entscheidende Vorteile.

Ziel der Bergisch Gladbach-Studie ist es, einen konkreten Zusammenhang zwischen arteriellen Veränderungen (Verkalkung) und kardiovaskulären Ereignissen wie z.B. einem Herzinfarkt herzustellen. Lebensbedrohliche Geschehnisse lassen sich damit besser vorhersagen und bestenfalls ganz ausschließen.



Patientinnen und Patienten

Für von Arterienverkalkung (Arteriosklerose) betroffene Menschen ist eine konsequente Überwachung das A&O für einen bewussten Umgang mit der Erkrankung und eine hohe Lebensqualität. Im Rahmen der Studie erfahren sie das bestmögliche Screening und bleiben stets am Puls der Zeit, was alle medizinischen Neuerungen angeht.


Bergisch Gladbach

Bergisch Gladbach ist nicht nur die Stadt, in der Privatdozent Dr. med. Payman Majd die Studie durchführt. Die Erkenntnisse, die die Bergisch Gladbach-Studie erbringen wird, tragen den Namen Bergisch Gladbach in die Welt des medizinischen Fortschtritts hinein.


Die Erkrankung

Was ist Arteriosklerose?

Die Arteriosklerose oder Artereinverkalkung ist eine systemische, chronische und degenerative Erkrankung arterieller Blutgefäße mit Einlagerung fetthaltiger Plaques in der Gefäßwand. Sie kann alle Bereiche des Körpers betreffen und muss, einmal festgestellt, dauerhaft beobachtet werden. Die Bedeutung der Arteriosklerose liegt in der Auslösung von Folgeerkrankungen, die auch als Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems bekannt sind.

Durch Rauchen, Diabetes, hohen Blutdruck, erhöhte Blutfette (familiäre Belastung und teilweise vererbliche Fettstoffwechsel- oder Blutgerinnungsstörungen spielen ebenfalls eine Rolle) entstehen Ablagerungen, sogenannte Plaques, in den Blutgefäßen. Wird durch solche Ablagerungen ein Blutgefäß eingeengt oder sogar verschlossen, kann nicht mehr genug Sauerstoff an den Muskel und in das Gewebe gebracht werden.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache. Sie entstehen  über Jahrzehnte und sind zunächst asymptomatisch, weswegen präventive Maßnahmen von außerordentlicher Bedeutung sind.

Ziel der Diagnostik ist es, gefährdete Patienten rechtzeitig zu erkennen, um die Entwicklung dieser Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch rechtzeitiges Eingreifen zu verhindern.

Freepik/Itler


Die Krankheitsbilder

Schaufensterkrankheit

Als Schaufensterkrankheit wird  umgangssprachlich die periphere (teilweise) arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) bezeichnet. Sie beschreibt die Auswirkungen einer verminderten Durchblutung der Gliedmaßen, welche durch eine Gefäßverkalkung und Gefäßverengung (Atherosklerose) verursacht wird.

Krampfartige Schmerzen in den Waden, in den Oberschenkeln oder im Gesäß beim Gehen (meist nach einer bestimmten schmerzfreien Gehstrecke) sind typische Beschwerden der Schaufensterkrankheit. Diese Schmerzen zwingen oft zu einer Pause (eine praktische Ausrede für das Stehenbleiben ist das interessierte Betrachten des Schaufensters – daher der Name). Weitere Symptome sind zum Beispiel Müdigkeit, Gefühllosigkeit oder Kältegefühle in den Beinen.

Die Schaufensterkrankheit wird durch eine Verkalkung der Arterien verursacht.

Karotisstenose

Der Mensch hat an jeder Seite seines Halses eine Halsschlagader. Man kann den Pulsschlag fühlen, wenn man den Finger neben den Adamsapfel legt. Sind eine oder beide dieser Schlagadern durch Ablagerungen verengt, spricht man von einer Karotisstenose.

Menschen mit geringen Verengungen der Halsschlagadern haben keine Symptome, selbst der komplette Verschluss einer Halsschlagader kann symptomlos bleiben, da sich das Gehirn an den geringen Blutfluss anpasst und die Halsschlagader der Gegenseite und die Schlagadern des Nackens ausgleichend mehr Blut zum Gehirn transportieren. Versagen diese Anpassungsmechanismen oder lösen sich kleine Teile der Ablagerungen und verstopfen die Gefäße im Gehirn, kann es zu einem vorübergehenden Ausfall von Gehirnfunktionen oder sogar zum Schlaganfall mit bleibenden Schäden kommen.


Diagnostik

So funktioniert die Untersuchung


Teilnahme an der Studie

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer  der Bergisch Gladbach-Studie sind an einer Herzkranzgefäßerkrankung erkrankt und werden mit einer Herzkatheteruntersuchung behandelt. Durch die Studie soll das Vorkommen der arteriellen Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit bedingt durch die Verkalkung der Gefäße, diese ist letztendlich mit Reduktion der schmerzfreien Gehstrecke verbunden) und die Verkalkung und Verengung der Halsschlaggefäße (mit dem entsprechend erhöhtem Schlaganfallrisiko) untersucht werden.

Es handelt sich bei dieser Studie um eine epidemiologische Studie. Das bedeutet, dass die Studie die Verbreitung sowie die Folgen von gesundheitsbezogenen Zuständen und Ereignissen beschreiben und untersuchen möchte.

Leitung

Die Bergisch Gladbach-Studie wird unter der Leitung von Chefarzt PD Dr. med. Payman Majd in der Klinik für Gefäßchirurgie am Evangelischen Krankenhaus Bergisch Gladbach durchgeführt.

Studienverlauf und Studiendauer

Innerhalb der nächsten fünf Jahre sollen insgesamt ca. 5000 Patienten in die  Studie eingeschlossen werden. Im Rahmen der Bergisch Gladbach-Studie möchten wir – im Anschluss an ihre geplante Herzkatheteruntersuchung – die Pulse an Ihren Beinen untersuchen und anschließend den Blutdruck an Ihren Beinen und Armen messen, um somit eine Erhebung des Gefäßstatus und das Vorliegen einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit) erheben zu können. Es wird ausserdem mit einer  Duplexsonographie (Farbverstärkte Ultraschall-Untersuchung) die Gefäßsituation auf das Vorliegen einer Verengung an der Halsschlagader untersucht.

Nutzen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Es handelt sich bei dieser Studie um ein Gefäß-Screening. Über die im Rahmen Ihrer Diagnosestellung hinaus relevanten Untersuchungen werden arterielle Veränderungen gesucht und diagnostiziert. Im Verlauf werden wir Sie nach einem, drei und schließlich fünf Jahren erneut kontaktieren und bei Bedarf die Untersuchung wiederholen.

Es besteht die Möglichkeit zur Entdeckung einer relevanten und für Sie evtl. gefährlichen Verengung der beschriebenen Schlagader.

Als Teilnehmerin und Teilnehmer erleben Sie im Rahmen der Bergisch Gladbach-Studie maximal gute Betreuung und Diagnostik weit über das normale Maß hinaus. Eine mögliche und für Sie gefährliche Verengung der beschriebenen Schlagader kann durch die Studie rechtzeitig erkannt werden.

Wir werden Sie und Ihren Hausarzt informieren, wenn die Untersuchung eine bisher unbekannte krankhafte Veränderung zeigt, damit Sie gemeinsam mit ihrem Hausarzt das weitere Procedere besprechen und festlegen können.


Bewilligung

Die Ethik-Kommisssion der Ärztekammer Nordrhein hat die Studie geprüft und bewilligt:

DRKS-ID: 00026095 | Datum: 25.08.2021 | Registereintrag

Bei der Welt-Gesundheitsorganisation WHO ist die Studie registriert:

Registereintrag


Neuigkeiten

Ärzte aus der Klinik für Gefäßchirurgie am EVK publizieren

Wissenschaftlicher Fortschritt ist ein wichtiges Thema für PD Dr. med. Payman Majd und sein Team der Klinik für Gefäßchirurgie am EVK Bergisch Gladbach.  So stellen Publikationen, wissenschaftliche Artikel in Fachzeitschriften, ein bedeutendes Instrument dar, um Erkenntnisse aus der Forschung an der Klinik einem breiten Fachpublikum zugänglich zu machen.

Zusammen mit den Ärzten seines Teams hat Dr. Majd Ergebnisse seiner fünf Jahre laufenden Studie zur Beziehung zwischen Gefäßerkrankungen und koronaren Erkrankungen (z.B. Herzinfarkt) im renommierten Journal of Clinical Medicine publiziert. Die Studie „Low and High Ankle-Brachial Index Are Both Associated with Mortality in German Nursing Home Residents —The Five-Year Follow-Up of the “Allo-Study” Cohort” war Vorläufer der Bergisch Gladbach-Studie, über die diese Webseite informiert. Der Artikel ist ein Follow-Up zur Studie.

Die im Artikel besprochene „Alloheim Studie“ kann eine direkte Beziehung zwischen Veränderungen des Blutdurchflusses im Rumpf zu verengten Gefäßen in den unteren Extremitäten herstellen und daraus folgend das Risiko für Herzinfarkt bedeutend senken. Diese Studienergebnisse sind wichtige Erkenntnisse für Patienten fortgeschrittenen Alters, für Patienten mit Gefäßproblemen vor allem aber auch für Patienten mit Diabetes. Sie könnten ein bedeutender Teil der medizinischen Versorgung dieser Patienten werden.

Die Erkenntnisse und Ergebnisse der  „Alloheim Studie“  fließen direkt in die Bergisch Gladbach-Studie ein und werden dort verifiziert und vertieft. Mit der Teilnahme an der BG-Studie werden Sie Teil des medizinischen Fortschritts und profitieren selbst durch die konsequente Überwachung Ihrer vaskulären Probleme und optimale medizinische Betreuung.

Wissenschaftlich auf dem neuesten Stand: Teilnahme an der DGG

Es ist PD Dr. med. Payman Majd als Leiter der Gefäßchirurgischen Abteilung des Evangelischen Krankenhauses in Bergisch Gladbach ein großes Anliegen, wissenschaftlich stets auf dem neusten Stand zu sein. Daher gehören ein Besuch wie der bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG), die kürzlich in Osnabrück stattfand, für ihn zum festen jährlichen Programm und dient dem wissenschaftlichen Austausch und der Erweiterung der fachlichen Kenntnisse. Dort eigene neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu vermitteln ist genauso wichtig wie die der Fachkolleginnen und -kollegen zu hören und in die eigene Arbeit einfließen zu lassen.

Ebenso wichtig ist Dr. Majd aber auch die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, und das sind die Ärztinnen und Ärzte seiner Klinik am EVK. So konnten sich bei der diesjährigen Tagung der DGG mit Dr. Anna Dorn, Dr. Kiara Dominguez und Dr. Mahmoud Tayeh drei Ärztinnen und Ärzte der gefäßchirurgischen Abteilung des EVK in vier Vorträgen dem wissenschaftlichen Publikum präsentieren und ihre Erkenntnisse mit der Fachwelt teilen. Eine gut genutzte Gelegenheit, das EVK und seine Gefäßchirurgische Abteilung zu präsentieren.

Ägyptische Gefäßchirurgen zu Besuch

Erneut begrüßte PD Dr. med. Payman Majd im EVK Bergisch Gladbach vier Gefäßchirurgen aus Ägypten: Im Rahmen einer Kooperation zwischen der gefäßchirurgischen Klinik des EVK unter Leitung von Dr. Majd und der medizinischen Fakultät der Universität Kairo absolvierten die vier Mediziner eine zehntägige Weiterbildung. Bereits in der ersten Jahreshälfte hatten die ersten vier Ärzte aus Ägypten erfolgreich ihre Weiterbildung in Bergisch Gladbach abgeschlossen. Zwei Mal pro Jahr kommen internationale Mediziner aus dem arabischen Raum nach Bergisch Gladbach.
 

Dr. Majd vertieft Schulung in Nis

Auch im Juli besuchte PD Dr. med. Majd das Universitätsklinikum Niš in Serbien. Bereits im Mai hatte er dort eine Schulung für spezielle Gefäßprothetik durchgeführt. Der erneute Besuch diente der Vertiefung und Spezialisierung der Schulung.

Die Verbindung zum Universitätsklinikum war auf Betreiben des Herstellers der Prothesen zustande gekommen. Seit Jahren arbeitet Dr. Majd häufig mit Prothesen dieser Firma und wurde nun zur Schulung als Proctor angefragt.

Beim endovaskulären Eingriff zum Einsatz einer Gefäßprothese wird das Implantat nicht in einer offenen Operation eingesetzt, sondern minimalinvasiv durch einen kleinen Schnitt im Bauchbereich. Die Platzierung erfolgt unter ständiger Kontrolle mit bildgebenden Verfahren. Dadurch kann während der Operation auf den Einsatz einer Herz-Lungenmaschine verzichtet werden. Für den Patienten ist dieses Verfahren ungleich schonender als eine offene Operation. Darüber hinaus kann Dr. Majd so schneller in der hoch dramatischen Situation eines akuten Bauchaorten-Aneurysma agieren, in der akute Lebensgefahr besteht. Allein 2022 hat er so mehrere Patienten an seiner Klinik für Gefäßchirurgie am Evangelischen Krankenhaus in letzter Sekunde retten können.

Das UK Niš ist erst vor wenigen Jahren mit neuer technischer Ausstattung wieder eröffnet worden und verfügt neben einer gefäßchirgischen Abteilung auch über eine gut ausgestattete Radiologie. Geschult in der neuen und schonenden Operationsmethode wird es auch den Ärzten in Serbien am UK Niš künftig möglich sein, Patienten mit Bauch-Aneurysma endovaskulär zu behandeln.

Im September wird Dr. Majd im Rahmen eines abschließenden Besuches die Schulung abschließen.

Eine wertvolle Reise: Dr. Majd führt Schulung in Nis durch

PD Dr. med. Payman Majd war im Mai zu einem Besuch am Universitätsklinikum Niš in Serbien und führte im Rahmen dieser Reise eine Schulung für spezielle Gefäßprothetik durch.

Angesprochen vom Hersteller der Gefäßprothesen reiste Dr. Majd als ausgewiesener Experte im Umgang mit künstlichen Gefäßen nach Niš und unterwies die dortigen Ärzte in der Anwendung der Prothesen im Rahmen endovaskulärer Eingriffe zur Behandlung des Bauch-Aneurysma. Ein für alle Seiten wertvoller Austausch und eine schöne neue Verbindung der Klinik für Gefäßchirurgie am Evangelischen Krankenhaus in Bergisch Gladbach mit dem serbischen Universitätsklinikum in Niš.

Für die Klinik, die erst vor wenigen Jahren, mit neuester Technologie ausgestattet wieder eröffnet wurde, stellte der Eingriff den ersten endovaskulären Eingriff zur Behandlung des Bauch-Aneurysma seit zehn Jahren dar. Ein spannender Moment für die Teams der Radiologie und der Herz-und Gefäßchirurgie vor Ort. Dr. Majd führte durch die Technik, die er an seiner Klinik für Gefäßchirurgie am Evangelischen Krankenhaus in Bergisch Gladbach seit Jahren sehr erfolgreich einsetzt.

Diese Schulung legt nicht nur den Grundstein für eine gute neue Verbindung zwischen Ärzten, insbesondere Dr. Majd und den Ärzten am Universitätsklinikum in Niš, sondern auch für den fachlichen Austausch zwischen dem Haus in Serbien und dem Evangelischen Krankenhaus in Bergisch Gladbach.

Ärzte aus Ägypten besuchten das EVK

Chefarzt PD Dr. med. Payman Majd empfing vier Gefäßchirurgen im Rahmen einer Kooperation mit der Universität Kairo.

Das Evangelische Krankenhaus Bergisch Gladbach (EVK) begrüßte jetzt vier Gefäßchirurgen aus Ägypten auf dem Quirlsberg: Im Rahmen einer Kooperation zwischen dem EVK und der medizinischen Fakultät der Universität Kairo absolvierten Dr. Mohamed Madian, Dr. Mohamed Hassan, Dr. Ahmad Mohammed und Dr. Muhammed Saafan eine zehntägige Weiterbildung bei Chefarzt PD Dr. med. Payman Majd von der Klinik für Gefäßchirurgie.

Begleitet wurden die vier Ärzte von Professor Dr. Mohamed Sharkawy. Er initiierte das internationale Kooperationsprojekt mit dem Schwerpunkt rekonstruktive Gefäßchirurgie vor einigen Jahren gemeinsam mit Dr. Majd. Dieser war damals noch Leitender Oberarzt an der Uniklinik Köln. Von dort brachte er das Projekt mit nach Bergisch Gladbach. Die Corona-Pandemie hatte den Austausch jedoch zwischenzeitlich ausgebremst.

Bergisch Gladbachs Bürgermeister Frank Stein empfing die fünf Ägypter und Dr. Majd im Rathaus. Stein lobte die weltweiten Netzwerke des EVK und sprach mit den internationalen Gästen unter anderem über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Gesundheitssysteme in Deutschland und Ägypten. Aufzeichnungen altägyptischer Ärzte über Gefäßerkrankungen finden sich bereits in einem medizinischen Papyrus von ca. 1550.

Den ersten Teil der Weiterbildung absolvierten die vier Ärzte bereits im vergangenen Jahr in Kairo. Am EVK lernten sie nun unter anderem neue OP-Techniken, insbesondere im Bereich der modernen Aneurysma-Chirurgie, die von Dr. Majd in Bergisch Gladbach etabliert wurde. Am Ende absolvierten sie eine Abschlussprüfung beim EVK-Chefarzt und Professor Sharkawy, die alle erfolgreich meisterten und dafür ein Zertifikat erhielten.

Ab sofort werden im Rahmen der Kooperation mit der Universität Kairo zwei Mal pro Jahr internationale Mediziner aus dem arabischen Raum nach Bergisch Gladbach kommen. Chefarzt Dr. Majd ist unterdessen in einigen Wochen ebenfalls wieder auf internationaler Mission unterwegs. In Serbien wird er den Einsatz einer speziell für einen Patienten angepassten Prothese begleiten. Erst kürzlich war er für so einen Eingriff nach Dubai gereist.

EVK-Chefarzt auf internationaler Mission

Gefäßchirurg PD Dr. med. Payman Majd operierte in Dubai erfolgreich einen über 90-jährigen Mann mit einem Bauchaortenaneurysma in einer neunstündigen Operation.

Der Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie am Evangelischen Krankenhaus Bergisch Gladbach (EVK) war kürzlich auf internationaler Bühne unterwegs: PD Dr. med. Payman Majd reiste auf Einladung des Gesundheitssystems der Vereinigten Arabischen Emirate nach Dubai, um im Al Qassimi Krankenhaus eine speziell für einen Patienten angepasste Prothese zur Behandlung eines Bauchaortenaneurysma einzusetzen.

Bei einem neunstündigen Eingriff operierte Dr. Majd mit den dortigen Medizinern erfolgreich einen über 90-jährigen Patienten. Der Mann bekam eine speziell für ihn hergestellte Prothese mit vier Abzweigungen – zwei zu den Nieren und zwei zu den Darmgefäßen – eingesetzt, um sein Bauchaortenaneurysma, also eine krankhafte Ausweitung der Bauschlagader, auszuschalten.

„Eine Prothese dieser Art ist dort bislang noch nie bei einem Patienten verwendet worden“, berichtete Dr. Majd, der sich auf dieses Verfahren spezialisiert hat und es im Jahr 2019 in Bergisch Gladbach beim EVK einführte. Normalerweise werden solche OPs nur an Unikliniken oder großen Zentren durchgeführt. Die Prothese wird in einem aufwendigen Verfahren millimetergenau an die anatomischen Verhältnisse des Patienten angepasst.

Im Rahmen seines Aufenthalts in Dubai war Dr. Majd außerdem als einziger internationaler Referent beim ersten Aorta-Fachsymposium der Golfstaaten eingeladen und sprach in zwei Vorträgen zu seinem Spezialgebiet Bauchaortenaneurysmen.

PD Dr. med. Payman Majd ist seit Januar 2019 Chefarzt der Gefäßchirurgie am EVK und lehrt an der Universität Köln. Seine Forschungsergebnisse werden regelmäßig in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht. Aktuell führt er am EVK die sogenannte Bergisch Gladbach-Studie durch, mit der bei 5.000 Menschen über fünf Jahre der Zusammenhang zwischen Arterienverkalkungen und Herzerkrankungen untersucht werden soll.

Bergisch Gladbach-Studie zur Herz-Kreislauf-Gesundheit

PD Dr. med. Payman Majd, Chefarzt für Gefäßchirurgie am Evangelischen Krankenhaus Bergisch Gladbach, möchte bei 5.000 Menschen über fünf Jahre den Zusammenhang zwischen Arterienverkalkungen und Herzerkrankungen untersuchen.

Auf dem Quirlsberg im Herzen von Bergisch Gladbach wird medizinisch geforscht: Im Rahmen der Bergisch Gladbach-Studie – kurz BG-Studie – sollen am Evangelischen Krankenhaus Bergisch Gladbach (EVK) innerhalb der nächsten fünf Jahre insgesamt 5.000 Menschen auf ihre Herz-Kreislauf-Gesundheit untersucht werden. Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Arterienverkalkungen (Atherosklerose) und Herzerkrankungen wie z.B. Herzinfarkten und Schlaganfall genauer zu analysieren. Die BG-Studie wird geleitet von PD Dr. med. Payman Majd, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie des EVK. Bergisch Gladbachs Bürgermeister Frank Stein hat die Schirmherrschaft übernommen.

Bei einem gemeinsamen Pressetermin am 19. Oktober im EVK wurden die Hintergründe und Ziele der Bergisch Gladbach-Studie der Öffentlichkeit vorgestellt.

Teilnehmer der Beobachtungsstudie können erwachsene Patienten jeden Alters mit einer Verengung der Herzgefäße (Herzkranzgefäßerkrankung) sein, die am EVK mit einer Herzkatheteruntersuchung von Prof. Dr. med. Hans-Peter Hermann, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie, behandelt wurden. Im Anschluss an die Behandlungen untersuchen Dr. Majd und sein Team die Patienten auf Anzeichen einer arteriellen Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit) bedingt durch verkalkte Gefäße und das Schlaganfallrisiko durch verkalkte und verengte Halsschlaggefäße.

Gemessen wird im Rahmen der BG-Studie der Pulsschlag in beiden Beinen sowie der Blutdruck in beiden Armen im Verhältnis zum linken und rechten Fuß (Knöchel-Arm-Index) und der Zustand der Halsschlagader. Bei Auffälligkeiten wird die Untersuchung nach einem bzw. drei und schließlich fünf Jahren wiederholt. Am Ende der Datenerhebung und der anschließenden Auswertung möchte PD Dr. Majd einen neuen Zahlenwert entwickeln – genannt BG-Score. Mit diesem sollen sich lebensbedrohliche Erkrankungen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle besser vorhersagen und so im besten Fall verhindern lassen. 

PD Dr. med. Payman Majd sagt: „Die BG-Studie macht Bergisch Gladbach zu einem wichtigen Teil des medizinischen Fortschritts. Teilnehmern aus der Stadt und der Region bieten wir mit der Studie entscheidende Vorteile, denn möglicherweise entdecken wir gefährliche Verengungen der Gefäße rechtzeitig und können entsprechend reagieren. Langfristig möchten wir Medizinern weltweit mit dem BG-Score ein weiteres Hilfsmittel an die Hand geben, um Menschenleben zu retten.“ Aktuell seien bereits 700 Patienten im Rahmen der BG-Studie seit Herbst vergangenen Jahres untersucht worden.

Bürgermeister und Schirmherr Frank Stein freut sich, dass der Name seiner Stadt künftig ein fester und wichtiger Begriff in der internationalen Medizin sein könnte: „Als ich das erste Mal von der Forschung gehört habe, war ich sofort begeistert. Deshalb bin ich jetzt schon auf die ersten Studienergebnisse gespannt. Bergisch Gladbach ist und bleibt eben ein Standort mit Zukunft“.

Das Evangelische Krankenhaus Bergisch Gladbach unterstützt die Bemühungen seines Chefarztes in der medizinischen Forschung. Geschäftsführer Dr. Harald Januschewski sieht darin auch einen weiteren Beweis dafür, dass auch kleinere Krankenhäuser auf sehr hohem medizinischem Niveau arbeiten und für die Menschen vor Ort von größter Bedeutung sind: „Der Gesundheitssektor steht abermals vor großen Veränderungen. Viel zu häufig wird die Debatte dabei auf die Schließung von Kliniken verkürzt. Wir möchten deshalb zeigen, dass auch abseits der Unikliniken und Metropolen wichtige medizinische Fortschritte erzielt werden. Es ist unsere Aufgabe, auf allen Ebenen auf uns und unsere Anliegen aufmerksam zu machen.“  

Die Bergisch Gladbach-Studie wurde durch die Ethik-Kommission der Ärztekammer Nordrhein geprüft und bewilligt und ist auch bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) registriert.


Veröffentlichungen

Publikationen

Publikationen

1. Dr. Tuna Aras, MD, FEBVS, Julia Khabyuk, Prof. Dr. Adel Aswad, Prof. Dr. rer.nat. Martin Scaal, Priv.-Doz. Dr. Payman Majd: Report of a Human Avian-Type Aortic Arch Variant with a Descending Thoracic Aortic Aneurysm

2. Tuna Aras, Mahmoud Tayeh, Adel Aswad, Mohamed Sharkawy, Zaki Almuzakki, Bernhard Dorweiler and Payman Majd. The BG Study Part 1 (Bergisch Gladbach): Development of a Prototype Coronary Artery Disease Risk Score Incorporating Peripheral Vascular Parameters—Preliminary Insights for Future CAD Risk Prediction Models in Vascular Patients. J. Clin. Med. 2025, 14, 1297

3. T. Aras, M. Tayeh, A. Aswad, M. Sharkawy, P. Majd. Exploring Typ IIIb Endoleak: A Literature Review to identify possible Physical Mechanism and Implications. Journal of clinoical medicine 2024, 13, 4293

4. W. Ahmad, P. Weidler, O Salem, U Werra, P Majd, B Dorweiler. Implications of aortic dilation following thoracic endovascular aortic repair. JVS July 2023

5. Senka Sprem and Payman Majd. Endovascular treatment of an aortoiliac aneurysm with concomitant left pelvic kidney and ectopic orgin of the renal artery. Hellenic journal of vascular and endovascular surgery. Volum5 Issue 3-2023

6. A. Dorn, B. Dorweiler, W. Ahmad, S. Mylonas, I. Becker and P. Majd. Low and High Ankle-Brachial Index Are Both Associated with Mortality in German Nursing Home Residents- The Five-Year Follow-Up of the Allo-Study Cohort. Journal of Clinical Medicine 2023,12,4411

7. M. Tayeh, P. Galkin, P. Majd. Claudication due to adeventitial cystic degeneration: A differential diagnosis of peripheral artery disease. Vascular, Vol 0(0) 1-5. 2023 Jun;31(3):589-593

8. P. Majd, P. Galkin, M. Tayeh, T. Herzmann, M. Gores, E. Kalmykov, W. Ahmad. Carotid Cross-Clamping Intolerance During Carotid Endarterektomy in Regional Anesthesia. I.P. Pavlov Russian Medical Biological Herald. 2021;29(1):66-72

9. Anna Dorn, Peter Galkin, Egan Kalmykov, Payman Majd. Case report of a massive pseudoaneurysm of the anterior tibial artery. I.P. Pavlov Russian Medical Biological Herald.2021; 29(2): 293-298

10. Noemi Galas, Ingrid Becker, Tomasz Ficon, Maik Sakrauski, Rita Reichert, Wael Ahmad, Spyridon Mylonas, Jan Brunkwall, Payman Majd. Prescription rate of antiatherosclerotic drugs and its impact in inhabitants with PAD and CAD in German nursing homes. Vasa. 2019 mar; 48(2):158-166

11. Egan L. Kalmykov, Wael Ahmad, Payman Majd, Jan S. Brunkwall. Chimney-Graft Technique to treat a typ Ia Endoleak after a previous EVAR. Avincenna Vol 2, No2, 2019

12. Jan S. Brunkwall, Carlos Vaquero-Puerta, Jörg Heckenkamp, Jose M. Egaña Barrenechea, Piotr Szopinski, Gerard Mertikian, Sven Seifert, Gerhard Rümenapf, Semih Buz, Afshin Assadian, Payman Majd, Spyridon Mylonas, Alvaro Revilla Calavia, Thorsten Theis, Mariano de Blas Bravo, Eliza Pleban, Jasper Schupp, Mirko Esche, Cetin Kocaer, Kornelia Hirsch, Alexander Oberhuber, Jost P. Schäfer. Prospective Study of the iliac Branch Device E-liac in Patients with Common Iliac Artery Aneurysma. Eur J Vasc Endovasc Surg (2019) 58, 831-838

13. Ahmad W, Hasselmann H, Majd P, Galas N, Brunkwall S, Brunkwall J. The Image-Fusion using 2D-3D registration method helps to reduce the used contrast medium, fluoroscopic and procedural time in TEVAR. J Vasc Surg. 2019 Apr;69(4):1003-1010

14. Jan Brunkwall, Carlos Vaquero Puerta, Joerg Heckenkamp, Jose Maria Egan~a Barrenechea, Piotr Szopinski, Gerhard Mertikian, Sven Seifert, Gerhard Rumenapf , Semih Buz, Afshin Assadian, Payman Majd, Spyridon Mylonas, Alvaro Revilla Calavia, Thorsten Theis, Maria de Blas Bravo, Eliza Pleban, Jasper Schupp, Mirko Esche, Cetin Kocaer, Kornelia Hirsch, Alexander Oberhuber and Jost-Philipp Schaefer. Prospective study of the Eliac Stent Graft System in patients with common iliac artery aneurysms: 30-Day results. Vascular 2018 Dec;26(6):647-656

15. Majd P, Madershahian N, Weber C, Ahmad W, Heinen S, Wippermann J, Sabashnikov A, Brunkwall J, Wahlers T. Impact of meterological conditions on the incidence of acute aortic dissection. Ther Adv Cardiovasc Dis. 2018 Dec;12(12):321-326 16. Sabashnikov A,Weber C, Zeriouh M, Djordjevic I, Merkle J, Shostak O, Majd P, Liakopoulos O, Baradaran Rahmanian P, Mader N; Choi Y, Wahlers T. Impact of preoperative elevated serum creatinine on long-term outcome of patients undergoing aortic repair with Stanford A dissection – A retrospective matched pair analysis. Therapeuric advance Cardiovasc Dis. 2018 Nov;12(11):289-298

17. Majd P, Brunkwall J Was haben wir aus den prospektiv randomisierten Studien bezüglich PAVK gelernt. Gefäßchirurgie (eigeladene Artikel). Gefäßchirurgie 2018. 23:359-364 18. Ahmad W, Obeidi Y, Majd P, Brunkwall JS. The 2D-3D Registration Method in Image Fusion Is Accurate and Helps to Reduce the Used Contrast Medium, Radiation, and Procedural Time in Standard EVAR Procedures. Ann Vas Surg 2018 Aug; 51:177-186

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30. Majd P, Ahmad W, Luebke T, Gawenda M, Brunkwall J.Impairment of erectile function after elective repair of abdominal aortic aneurysm. Vascular. 2016 Feb;24(1):37-43

31. Ahmad W, Majd P, Lübke T, Aleksic M, Brunkwall JS.The presence of variant genotype of the mannose-binding lectin gene (MBL2) is not associated with increased restenosis rate in carotid surgery J Vasc Surg. 2015 Oct;62(4):946-50

32. Shahverdyan R, Majd MP, Thul R, Braun N, Gawenda M, Brunkwal J. F-EVAR does not Impair Renal Function more than Open Surgery for Juxtarenal Aortic Aneurysms: Single Centre Results. Eur J Vasc Endovasc Surg. 2015 Oct;50(4):432-41

33. Brunkwall S, Majd P, Ahmad W, Brunkwall S. Translationale Forschung. Gefäßchirurgie September 2012 17(5):341-345

34. Gawenda M, Block A, Majd PM, Brunkwall J. [Is there a role for risk-scoring methods in ruptured abdominal aortic aneurysm (rAAA)?]. Zentralbl Chir 2012; 137: 453–459

35. Majd P, Brütting M, Lundberg H, Hecker A. Duodenal diverticulitis. A rare case of acute abdomen. Internistische Praxis Dec 2010, 50(4):743-747


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