Sebastian Exner wohnt in der Nähe des Evangelischen Krankenhauses und arbeitet dort seit 16 Jahren: Angefangen hat alles mit einem Praktikum. Es folgten die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Weiterbildungen. Seit 2022 ist der 36-Jährige stellvertretender Wohnbereichsleiter in der Senioreneinrichtung Haus An der Jüch der Evangelischen Altenpflege Bergisch Gladbach und engagiert sich in der Mitarbeitervertretung - (Foto: Susanne Prothmann).
12.06.2023 Karriere

„Es ist erfüllend, alte Menschen zu begleiten“

Sebastian Exner erzählt von seinem Werdegang im EVK und seinem Alltag als stellvertretender Wohnbereichsleiter.

"Mein Leben ist mit dem EVK verknüpft: Ich wurde dort geboren, ich arbeite dort seit meinem 20. Lebensjahr und ich lebe ganz in der Nähe, sodass ich täglich mit dem Rad zur Arbeit fahren kann. Das ist praktisch und ergänzt das Fitnessstudio.

Wie ich im EVK anfing? Als Praktikant. Aber erst nach einem Umweg: Nach der Hauptschule orientierte ich mich erst mal kaufmännisch und zog die drei Jahre auch durch, weil ich immer meine Eltern im Ohr hatte mit: „Mach das fertig!“ Aber das lag mir nicht, feilschen wie auf dem Basar. Ich habe mehr Empathie für Leute, die echte Probleme haben.

Mir fiel mein Schulpraktikum in einem Seniorenheim in Odenthal wieder ein. Das hatte ich dort eher notgedrungen gemacht, weil ich etwas spät gesucht hatte. Ich erkannte aber damals etwas Wichtiges: Die Arbeit mit alten Menschen machte mir Spaß. Ich merkte, dass ich das gut konnte und keine Berührungsängste hatte.

Ich wollte also in einem Neustart Gesundheits- und Krankenpfleger werden. Doch damals war die Situation auf dem Arbeitsmarkt ganz anders als heute. Die Kurse waren voll. Ich musste warten und überbrückte die Zeit mit einem Jahr Praktikum im EVK. Aber ich habe das durchgezogen und dann von 2008 bis 2011 die Ausbildung am EVK gemacht.

Ich durchlief verschiedene Stationen und habe nach dem Examen ein Jahr im Herzkatheterlabor gearbeitet. Das war hochinteressant, aber die Fluktuation der Patienten hat mir nicht gefallen. Also bewarb ich mich als Pflegefachkraft im Seniorenheim. Das war das Kontrastprogramm. Es ging darum, langfristige Beziehungen aufzubauen. Das hat mir so gut gefallen, dass ich bis heute geblieben bin.

Für mich ist wichtig, mich im Beruf zu entwickeln. Deshalb habe ich die Weiterbildungen zum sogenannten Verfahrenspfleger, der sich mit freiheitsentziehenden Maßnahmen beschäftigt, und zum Praxisanleiter gemacht. Als Praxisanleiter begleite ich die angehenden Pflegefachkräfte in ihrer praktischen Ausbildung. Das macht mir sehr viel Spaß. Derzeit haben wir 150 im Unternehmen und sie sind eine Riesenhilfe.

2022 habe ich die Weiterbildung zur Wohnbereichsleitung gemacht. Ich bin froh, dass mir danach die Stelle als stellvertretender Wohnbereichsleiter im Haus An der Jüch angeboten wurde. Dort bin ich im Früh- und Spätdienst für 48 Bewohnerinnen und Bewohner von 75 bis 101 Jahren zuständig sowie für rund 30 Mitarbeitende plus Auszubildende. Nebenher mache ich die Weiterbildung zur Pflegedienstleitung, denn ich möchte mich noch weiterentwickeln. Und am allerliebsten hier im Unternehmen.

Was mir auch Spaß macht, ist die Mitarbeitervertretung. In diese wurde ich 2022 als Vertreter der Senioreneinrichtungen gewählt. Ich finde das super. Ich kriege dort einen globalen Blick aufs Unternehmen, ökonomische Entwicklungen, Personalfragen. Da kommt alles auf den Tisch. Ich mag Freizeit: Früher war ich Gamer und bei Social Media aktiv, heute verbringe ich sie mit meiner Frau und meiner Tochter, engagiere mich ehrenamtlich im Kita-Vorstand. Ohne Flachs: Ich komme an den meisten Tagen richtig gern zur Arbeit. Ein großes Faustpfand ist das Team. Es macht Riesenspaß. Ich wünsche mir, dass viele erkennen, wie erfüllend es ist, alte Menschen zu begleiten. Für viele bin ich eine Vertrauensperson. Sie sind sehr dankbar. Und man lacht viel."

Aufgezeichnet von Ute Glaser

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