Hans-Jürgen Melchior (Goldbeck), Thimo Papendick (Haustechnik Quirlsberg), Lothar Eschbach (Bergischer Geschichtsvereins Rhein-Berg), Sven Schmidtke (Goldbeck), Sebastian Haeger (Geschäftsführer Quirlsberg), Dieter Hellingrath (Leitung Technik Quirlsberg), Gekdar Khamoka (Zimmer Architekten), Margit Frielingsdorf (Stadt Bergisch Gladbach) und Mascha Rösler (Stadt Bergisch Gladbach) (Quelle: Daniel Beer).
08.10.2026 Quirlsberg - Diakonischer Gesundheitscampus

Spatenstich auf dem Quirlsberg: Baustart für Parkhauserweiterung

Der Gesundheitscampus Quirlsberg erweitert das Parkhaus am Evangelischen Klinikum Bergisch Gladbach auf insgesamt rund 400 Stellplätze – Das 4,5-Millionen-Euro-Projekt verbindet moderne Parktechnik mit einem besonderen Stück Bergisch Gladbacher Industriegeschichte.

Mit dem symbolischen Spatenstich ist der Startschuss für die Erweiterung des Parkhauses auf dem Gesundheitscampus Quirlsberg gefallen. Unmittelbar neben dem bestehenden Parkhaus am Evangelischen Klinikum Bergisch Gladbach entsteht ein viergeschossiger Erweiterungsbau mit einer Fläche von rund 5.300 Quadratmetern. 175 zusätzliche Stellplätze werden geschaffen. Nach Fertigstellung stehen insgesamt 400 Parkplätze zur Verfügung.

Das neue Parkhaus wird als Systembau errichtet. Der hohe Vorfertigungsgrad ermöglicht eine kurze Bauzeit. Die Fertigstellung ist bereits für Ende Juni 2027 geplant.

Mit der Erweiterung wird zugleich die Verkehrsführung rund um das Parkhaus neu geordnet. Künftig werden Ein- und Ausfahrt voneinander getrennt: Die Zufahrt erfolgt über die Ferrenbergstraße, die Ausfahrt über die Hauptstraße.

Technisch bietet der Erweiterungsbau eine moderne Ausstattung. Ein Farbleitsystem mit Einzelplatzerfassung zeigt den Besucherinnen und Besuchern über rote und grüne Leuchten auf einen Blick, welche Stellplätze noch frei sind. Hinzu kommen E-Ladestationen für Autos und neue Fahrradstellplätze. Auf dem Dach wird eine Photovoltaikanlage installiert.

Für eine bessere Erreichbarkeit der verschiedenen Ebenen werden neben dem vorhandenen Aufzug zwei weitere Fahrstühle installiert. Einer davon wird als Expressaufzug das unterste Geschoss direkt mit dem Obergeschoss verbinden.

Parkhaus entsteht über historischen Kalköfen

Eine Besonderheit des Bauprojekts liegt unmittelbar unter dem neuen Parkhaus: Die Erweiterung wird über den beiden historischen und denkmalgeschützten Kalköfen „Zillertal“ errichtet. Die Relikte aus dem 19. Jahrhundert bleiben erhalten und wurden durch den Gesundheitscampus Quirlsberg im Vorfeld aufwendig restauriert. Künftig sollen sie besser in Szene gesetzt und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

„Die Rettung der Kalköfen ist für uns im Geschichtsverein schon seit mehr als zehn Jahren ein wichtiges Anliegen. Sie sind ein Stück Industriegeschichte von Bergisch Gladbach“, sagt Lothar Eschbach, Vorsitzender des Bergischen Geschichtsvereins Rhein-Berg. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem Gesundheitscampus Quirlsberg einen Bauherrn getroffen haben, der sich um den Erhalt und die Restaurierung gekümmert hat. Jetzt ist es schön zu sehen, dass es mit dem Bau losgeht und wir die weitere Entwicklung begleiten dürfen.“

Von den einst rund 80 Kalköfen in Bergisch Gladbach sind heute nur noch die Anlagen am Quirlsberg und an der Grube Cox erhalten. Gemeinsam mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) plant der Geschichtsverein, die Kalköfen künftig in einen Erlebnispfad einzubinden und ihre Geschichte zu erzählen. Vor Ort sollen Hinweistafeln sowie digitale Informationen über QR-Codes über die Anlagen informieren. Aufgrund der historischen Bedeutung des Areals ist auch die Untere Denkmalbehörde der Stadt Bergisch Gladbach eng in den Prozess eingebunden.

Fossilien im Baufeld entdeckt

Schon 2022 fanden auf dem Gelände erste archäologische und paläontologische Voruntersuchungen statt. Bei der Vorbereitung des Baufeldes für die Parkhauserweiterung wurde der abgetragene Boden außerdem sorgfältig untersucht. Tatsächlich kamen dabei kleinere Fossilien zum Vorschein. Die Funde werden durch das Fachunternehmen Archaeo|Net katalogisiert und archiviert.

Generalunternehmer für die Parkhauserweiterung ist Goldbeck. Das europaweit tätige Bau- und Dienstleistungsunternehmen realisiert unter anderem Büro- und Schulgebäude, Hallen, Feuerwachen, Parkhäuser und Wohngebäude. Ebenfalls an der Planung beteiligt ist das Architekturbüro Zimmer Architekten.

„Für uns ist die Parkhauserweiterung auf dem Quirlsberg ein außergewöhnliches Projekt“, sagen Sven Schmidtke, Geschäftsstellenleiter Parken bei Goldbeck, und Hans-Jürgen Melchior, Projektleiter bei Goldbeck. „Die besondere Aufgabe besteht darin, ein modernes Parkhaus zu errichten und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die historischen Kalköfen sichtbar bleiben und die Würdigung erhalten, die ihrer Bedeutung für diesen Ort gerecht wird.“

4,5 Millionen Euro aus Eigenmitteln

In die Sanierung der Kalköfen und den Bau der Parkhauserweiterung investiert der Gesundheitscampus Quirlsberg insgesamt rund 4,5 Millionen Euro. Die Investition wird vollständig aus Eigenmitteln finanziert. Eine ursprünglich vorgesehene Beteiligung der Stadt Bergisch Gladbach für die Schaffung öffentlichen Parkraums wurde leider zurückgezogen.

„Wir freuen uns sehr, dass es jetzt losgeht. Mit diesem Projekt investieren wir in die Infrastruktur unseres Gesundheitscampus und leisten zugleich einen Beitrag zur Aufwertung der Hauptstraße und der Innenstadt“, sagt Sebastian Haeger, Geschäftsführer des Gesundheitscampus Quirlsberg. „Das Klinikum und die weiteren Angebote auf dem Quirlsberg verzeichnen eine stetig wachsende Nachfrage. Damit steigt zwangsläufig auch der Bedarf an Parkraum. Wir übernehmen Verantwortung für die Gesundheitsversorgung in Bergisch Gladbach und der Region. Dazu gehört auch, die notwendige Infrastruktur für Patientinnen und Patienten, Besucher und Beschäftigte weiterzuentwickeln.“

Text: Daniel Beer